Was macht das Internet: gesund, krank – oder einfach nur die Psychiater verrückt?

Nun ist es amtlich: Das Spielen im Internet kann süchtig machen. So steht es zumindest in der allerneusten Version der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten. Doch die Einführung des weltweit definierten Krankheitsbildes „Internet-Spielsucht“ ist nicht nur ein Erfolg derer, denen die Gesundheit besonders von Kindern im Umgang mit neuen Technologien ein ernsthaftes Anliegen ist – sondern ebenso ein Erfolg jener, die voreilig und irrational sind.
Psychiater haben immer wieder Diagnosen erfunden, die rückblickend falsch waren – allerdings zum Zeitpunkt ihres Entstehens gut für die eigene wissenschaftliche oder klinische Karriere. Im Zuge der Digitalisierung, die für viele Menschen mit großer Verunsicherung einhergeht, besteht die Gefahr, dass das Entstehen neuer Krankheitsbilder exponentiell zunimmt. Diesen Auswüchsen stellt sich der Psychiater Jan Kalbitzer entgegen: Er plädiert dafür, wesentliche menschliche Grundfertigkeiten zu fördern, statt bei jedem neuen Fortschritt kollektiv in Panik zu verfallen.

Zur Person: Dr. Jan Kalbitzer studierte Medizin und Philosophie in Freiburg, Hannover und Haifa und promovierte in Kopenhagen sowie Oxford. Es folgte die Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, anschließend eine wissenschaftliche Tätigkeit an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. 2015 erhielt er für seine Forschung zu den Auswirkungen des Internets auf die Psyche den Max Rubner-Preis, seit 2016 ist er einer der wissenschaftlichen Leiter des Ladenburger Kollegs „Internet und seelische Gesundheit“ der Daimler und Benz Stiftung.

Rückfragen bitte an:
Dr. Johannes Schnurr
Pressesprecher
Daimler und Benz Stiftung
Tel.: 06203-10 92 0
mobil: 0176-216 446 92
E-Mail: schnurr@daimler-benz-stiftung.de

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Die Daimler und Benz Stiftung fördert satzungsgemäß interdisziplinäre Wissenschaft und Forschung. Hierzu leistet sie insbesondere durch ein Stipendienprogramm für Postdoktoranden und Juniorprofessoren, die Einrichtung innovativer Forschungsformate sowie mehrere Vortragsreihen einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag.

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