Was den Füßen gut tut

Von unserer dtd-Korrespondentin Paula Schmidt

(dtd). Den Füßen etwas Gutes zu tun, lohnt sich – denn sie sollen uns ja so lange wie möglich durchs Leben tragen, ohne zu schmerzen oder sich zu entzünden. Wie Füße richtig gepflegt werden und was man bei der Auswahl der passenden Schuhe beachten sollte: Tipps und Ratschläge zum Tag des Fußes (27. Juni 2012).
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Wer schon einmal mit einer Blase am Zeh durch die Gegend gehumpelt ist, weiß, wie sehr Füße schmerzen können. Ein Gefühl, das man möglichst vermeiden möchte – ebenso wie einen dicken Ballen am großen Zeh, einen so genannten Hallux valgus, oder einen entzündeten Fersensporn. Deshalb schenken viele Deutsche ihren Füßen laut einer repräsentativen Umfrage der Zeitschrift „Apotheken Umschau“ mehr Aufmerksamkeit, als allgemein vermutet wird: Jeder Vierte der 2.150 Befragten gönnt sich beispielsweise mehrfach pro Jahr eine professionelle Fußpflege. Einiges kann jeder selbst tun, um seine Füße gesund zu erhalten. Um größere Probleme zu verhindern, helfen Experten wie Podologen, die medizinischen Fußpfleger, Orthopäden und versierte Fachhändler.

Ein Überblick über Entspannendes und Hilfreiches für die Füße:

– Enge und hohe Schuhe meiden. Viele Fußprobleme wie zum Beispiel Hühneraugen, der Hallux valgus oder die Hammerzehe werden durch modische Schuhe ausgelöst oder verstärkt. Denn diese sind häufig zu eng oder bringen den Fuß durch einen hohen Absatz in eine ungesunde Position. Aus diesem Grund: den Fachhändler besser nach möglichst bequemen Schuhe mit extra weichem Obermaterial fragen, die viel Platz für die Zehen lassen, aber dennoch fest am Fuß sitzen. Elastische, flache Schuhsohlen oder weiche Absätze können die Stöße abfedern, die beim Ausschreiten auf harten Fußböden und Straßen entstehen und Schmerzen verursachen.
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– Schuhe täglich wechseln. Weil Füße beim Gehen schwitzen, sollte man Schuhe täglich wechseln und 24 Stunden lang ordentlich auslüften lassen. So lässt sich nicht nur ungewollter Geruch vermeiden – zudem bekommen Fußpilzsporen keine Chance, sich am Fuß anzusiedeln. Denn diese nisten sich bevorzugt zwischen dem vierten und fünften Zeh ein, wo es besonders eng und schwitzig ist.
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– Gesunder Trend: Aktivschuhe. So genannte Aktivschuhe besitzen im Fersenbereich einen eigens für den Schuh entwickelten Sensor, der eine natürliche Instabilität kreiert. Darauf reagiert der Körper mit kleinen Ausgleichsbewegungen. Zudem verursacht eine abgerundete Zwischensohle im Schuh eine aktive Abrollbewegung des Fußes, der Körper richtet sich auf. Auf diese Weise soll ein Gehgefühl erzeugt werden, das dem Barfußlaufen auf Sand gleicht. Das Ziel: Muskelgruppen, die beim Gehen in herkömmlichen Schuhen vernachlässigt werden, lassen sich wieder aktivieren. Und die Belastung von Rücken und Gelenken mindert sich. Zusätzlich sollen der Stoffwechsel angeregt und die Stütz- und Haltemuskulatur des Körpers trainiert werden, was eine straffende Wirkung hat.

– Einlagen lindern Schmerzen. Wenn der Fuß bereits schmerzt, helfen extra angefertigte Einlegesohlen. Diese entlasten den Fuß oder den bei einem Fersensporn besonders betroffenen Fersenbereich, und beugen einer Verschlimmerung vor. Am besten einen Arzt fragen, wenn die Beschwerden nicht nachlassen. Hausärzte oder Orthopäden stellen Rezepte aus, nach deren Vorgaben spezialisierte orthopädische Schuhmacher Einlagen herstellen können. Diese sind auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Füße ausgerichtet.

– Regelmäßig die Muskeln trainieren. Mithilfe von Gymnastik und Massagen kommt die Fußmuskulatur in Form. Eine Übung, die sich auch am Schreibtisch machen lässt: Einen kleinen Ball unter die Füße legen. Dann vorn mit den Zehen den Ball nach hinten durchschieben – dabei nicht nur einfach mit dem Fuß über den Ball rollen, sondern versuchen, den Ball aktiv nach hinten zu befördern. Von hinten rollt man dann den Ball wieder nach vorn. Diese Übung mit beiden Füßen ein paar Mal wiederholen. Wer außerdem so oft wie möglich barfuß läuft, unterstützt die natürliche Fußstellung.
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– Öfter mal entlasten. Wenn man an einem langen Tag viel gestanden hat, öfter mal die „müden Füße“ hochlegen. So zirkuliert das Blut besser – ein Effekt, der sich mit vorsichtigen Massagen ebenso wie mit Wechselbädern zusätzlich anregen lässt.

– Vor Reibung schützen. Auch wer gut auf seine Füße achtet, erlebt immer wieder, dass durch Reibung Druckstellen, Hühneraugen oder Blasen entstehen. Vorbeugen lässt sich zum Beispiel mit kleinen Silikonpostern oder -pflastern. Diese passen entweder zwischen die Zehen oder können auf die Ferse aufgeklebt werden, damit der Schuh dort nicht scheuert.

– Ausgiebig reinigen und trocknen. Will man Gerüche verhindern und zudem vermeiden, dass sich Bakterien ansiedeln oder Fußpilz entsteht, sollte man die Füße täglich baden oder mit Wasser und Seife reinigen, eventuell mithilfe einer speziellen Bürste massieren. Im Anschluss empfiehlt sich ausgiebiges Abtrocknen, wobei man die Zwischenräume der Zehen nicht vergessen sollte. Eventuell die Füße abpudern.
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– Intensiv pflegen. Spezielle Crèmes und Stifte schützen vor Bakterien- oder Pilzbefall, lassen Haut und Nägel nicht austrocknen und können helfen, Juckreiz zu lindern. Auch gegen hartnäckige, womöglich rissige Hornhaut lässt sich etwas unternehmen – zum Beispiel durch Balsam mit Pflanzenextrakten, die dafür sorgen, dass die Hornhaut aufweicht und sich zurückbildet. Lotionen mit Salicylsäure können dabei helfen, Hornhaut auf Dauer zu reduzieren. Insgesamt sinnvoll sind harnstoffhaltige Cremes, da sie besonders rückfettend wirken und die Füße geschmeidig halten. Am besten regelmäßig einmassieren. Für Diabetiker gibt es besondere, dermatologisch geprüfte Fußprodukte, die den natürlichen Schutzschild der Haut stärken.
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– In Form halten. Mit einer Nagelzange sollte nur die Kuppe der Zehennägel abgeknipst werden. Die seitlichen Ränder besser nicht schneiden, damit keine scharfen Kanten entstehen. Sie wachsen leicht ein. Eine Feile hilft, Ecken zu glätten. Bimssteine, besondere Scheren und Pedikürewerkzeuge sind extra auf harte Nägel und stark verhornte Haut an den Füßen ausgerichtet. Zum Teil bestehen sie aus nickelfreiem Stahl, damit sie keine Allergien auslösen. Und die Scherengriffe sind ergonomisch geformt, damit man vor einem Ausrutschen während des Schneidens geschützt ist. Erfahrene Podologen (Fußpfleger) helfen professionell dabei, die Füße in Form zu halten.
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– Luftige Strümpfe wählen. Die unangenehmen Streifen an den Unterschenkeln, die durch einschneidende Strumpf-Gummibünde verursacht werden, sind mehr als ein kosmetisches Problem: Dadurch wird die Blutzufuhr in die Zehen gedrosselt. Zu enge Strümpfe drücken obendrein auf den Fuß und behindern den Luftaustausch – vor allem, wenn sie aus synthetischem Material bestehen. Schnell entstehen Hühneraugen, Schwielen oder Warzen. Daher lieber zu atmungsaktiven, weichen Strümpfen aus Baumwolle greifen.

– Bei anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen. Füße, die auf Dauer immer wieder schmerzen, sollte man seinem Hausarzt oder seinem Orthopäden zeigen – um Schlimmeres zu verhindern und die passende Therapie zu besprechen. Denn durch falsche Schuhe entstehen häufig Fehlstellungen wie Platt-, Senk- und Spreizfüße Eine Kombination dieser Fehlstellungen sorgt darüber hinaus nicht selten für einen ausgeprägten Ballen am großen Zeh, auch Hallux valgus genannt. In Zusammenhang damit treten auch die Hammer-, Krallen- oder auch Klauenzehen auf: Sie werden so genannt, weil sich bei ihnen das Mittelglied nach oben wölbt, während das Endglied hammer- oder klauenartig nach unten gebogen ist. Wird der Sehnenansatz der Fußmuskulatur zu sehr belastet, kann sich ein Fersensporn entwickeln. Das bedeutet, dass der Körper gegensteuert, indem er Knochenmaterial ablagert, wodurch unter der Ferse eine Art knöcherner Sporn aufgebaut wird. Wenn dieser Bereich des Fußes schmerzt, können aber auch Überbelastung oder rheumatische Erkrankungen die Hintergründe sein.

Vorsicht: Nicht jede Fußkrankheit muss schmerzhaft sein! Das Tückische an dem so genannten diabetischen Fußsyndrom, das sich aufgrund von Nervenschäden entwickelt, ist gerade die Tatsache, dass die Patienten nichts davon merken.

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