Warum wir uns erinnern und vergessen

Was geht in unserem Gehirn vor, wenn wir sehen und denken, wenn wir uns erinnern und wieder vergessen? Mit den molekularen Grundlagen des Bewusstseins und des Gedächtnisses beschäftigt sich seit Jahren Professor Dr. Hannah Monyer, Direktorin der Abteilung Klinische Neurobiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Ihre wissenschaftliche Arbeit, die in den letzten Jahren bereits zu wesentlichen Erkenntnissen geführt hat, wird nun in den nächsten fünf Jahren mit dem "Advanced Investigator Researcher Grant" des European Research Councils (ERC) in Höhe von 1,87 Millionen Euro gefördert.

Das besondere Interesse der Heidelberger Wissenschaftlerin gilt den sogenannten Interneuronen, die etwa zehn Prozent der Zellen im Gehirn ausmachen. Sie "dirigieren" quasi das Gehirn, indem sie ganze Netzwerke anderer Hirnzellen synchronisieren; ihr Botenstoff ist GABA (Gamma-Aminobuttersäure). Das Heidelberger Forscherteam untersucht die molekulare Ausstattung der Interneurone und deren Bedeutung für die Steuerung der Gehirnfunktionen. Mäuse, deren Interneurone genetisch manipuliert wurden, zeigen im Versuch veränderte kognitive Fähigkeiten, z.B. verminderte Gedächtnisleistungen. "Wir schauen uns die Veränderungen von der molekularen Ebene bis zur Verhaltensebene an", erklärt Professor Monyer.

Kriterien für Auswahl sind Exzellenz und Erfahrung

Monyers ERC-Projekt "Linking GABAergic neurones to hippocampal-entorhinal system functions" wurde Ende 2009 unter mehr als 1.500 Forschungsanträgen aus Natur- und Ingenieurwissenschaften, Sozial- und Geisteswissenschaften und Lebenswissenschaften aus 18 europäischen Ländern ausgewählt; erfolgreich waren insgesamt 236 Projekte. Die Bewerber müssen umfangreiche Forschungserfahrung und mehrere Publikationen in renommierten internationalen Fachzeitschriften sowie internationale Preise aufweisen. Einziges Bewertungskriterium ist die Exzellenz der Forscher und ihrer Projekte.

Frau Professor Monyer hat 1999 die Schilling-Professur an der Universität Heidelberg angetreten und die Leitung der Abteilung Klinische Neurobiologie übernommen. 2004 wurde sie mit dem höchst dotierten deutschen Forschungspreis, dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ausgezeichnet. Neben der neurobiologischen Forschung sind ihr die Darstellung von Wissenschaft in der Öffentlichkeit und der Dialog mit anderen Disziplinen und den Künsten besonders wichtig.

Informationen im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Klinische-Neurobiologie.106686.0.html
www.izn.uni-heidelberg.de/index.php?option=com_content&task=view&id=166&Itemid=200

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Hannah Monyer
Ärztliche Direktorin
Abteilung Klinische Neurobiologie
Im Neuenheimer Feld 364
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 24 01
Fax: 06221 / 56 13 97

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.600 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.400 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
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E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse
(idw, 04/2010)

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