Warum ist es wichtig Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht online abzulegen

Patientenwille, Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht sollte man rechtzeitig abschließen. Vor kurzem erst ist ein Mann, Mitte 30, Opfer eines Motorradunfalls geworden. Durch seine starken Verletzungen war er bewusstlos und konnte vorerst nicht reanimiert werden. Obwohl die Angehörigen des Mannes wussten, dass er strikt gegen den Einsatz von lebenserhaltenden Maßnahmen war, konnten sie eine Versetzung ihres Liebsten ins künstliche Koma nicht verhindern.

Nach einigen Monaten wurden schließlich alle lebenserhaltenden Maschinen abgestellt und er starb. Hätte der Mann früh genug eine Patientenverfügung verfasst, hätte ihm, seiner Familie und seinen Freunden sowohl auch den Ärzten vieles erspart werden können. Denn auch wenn die Angehörigen des Patienten wissen, dass eine bestimmte Behandlung nicht gewollt war muss ein Ärzteteam alles was in ihrer Macht steht tun, um das Leben des Patienten zu retten. Das ist nicht der Fall, wenn er seine Wünsche in dem Dokument festgehalten hat.

Nur mit festgeschriebener Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht kann man verhindern, dass der eigene Wille nach eingetretener Handlungsunfähigkeit nicht beachtet wird. Die Ausrede „Ich bin ja noch gar nicht alt, ich brauch das nicht“ ist unsinnig – ein Unfall oder eine Krankheit, die einem die Entscheidungsfähigkeit nimmt, kann jederzeit passieren.

Was ist eine Patientenverfügung und wie schließt man eine ab?

Eine Patientenverfügung ist grundsätzlich dafür da im Falle eines Verlusts der Entscheidungsfähigkeit, beispielsweise durch andauernde Bewusstlosigkeit, vorzeitig zu regeln was getan werden darf, um am Leben gehalten zu werden. Außerdem sichern viele in ihrer Patientenverfügung ab, was, im Falle des Ablebens, mit ihrem Körper gemacht werden darf. Durch eine Patientenverfügung wird geklärt, welche lebenserhaltenden Maßnahmen oder Behandlungen vollzogen werden dürfen. Hierzu gehört auch, ob man künstlich ernährt werden darf und ob man Therapien zur reinen Symptombehandlung bekommen möchte. Viele entscheiden sich auch dazu, dass sie erst gar nicht wiederbelebt werden möchten.

Eine Patientenverfügung bringt nicht nur für einen selbst Vorteile. Auch seinen Mitmenschen kann man dadurch eine große Last abnehmen. In vielen Fällen befinden sich Angehörige zum Beispiel eines Koma-Patienten in einer moralischen Zwickmühle. Denn sie wanken ständig zwischen dem Gedanken, dass der Tod etwas Endgültiges ist, und bei einem Abstellen der Maschinen jede Hoffnung auf eine Genesung verloren geht. Andererseits wissen sie insgeheim auch, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen nun mal nicht für immer durchgeführt werden können, und dass es sich hierbei oftmals nur mehr um das sinnlose Herauszögern des Endgültigen handelt. Nimmt man seinen Liebsten die Entscheidung mittels einer Patientenverfügung, bleibt ihnen einiges an Gefühlschaos erspart.

Bevor man ein Vorsorgedokument erstellt, kann man sich bei Bedarf von einem Arzt/ einer Ärztin beraten lassen. Zusammen wird angegeben, was genau man ablehnen möchte und in welcher Situation. Es ist empfehlenswert seine Patientenverfügung auch online und nicht nur analog zu haben. Eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht werden im Ernstfall nicht immer in der Wohnung des Verunglückten gefunden. Daher ist es für Verwandte einfacher, es online einzusehen.

Vorsorgevollmacht – was sollte man beachten?

Genauso wie die Patientenverfügung, ist die Vorsorgevollmacht ein Beschluss der in Kraft tritt, falls man nicht mehr entscheidungsfähig ist – sei dies aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls. Die Vorsorgevollmacht wird meist einer nahestehenden Person oder einem Verwandten übertragen. Doch zu beachten ist, dass diese Person finanziell unabhängig und volljährig ist. Auch Personen, die schon mehrere Male wegen auffälligen Verhaltens hervorgestochen sind, kann keine  Vorsorgevollmacht überschrieben werden.

Um eine Vorsorgevollmacht abzuschließen, muss man diese schriftlich ablegen und von einem Vertreter des Rechtsberufs beglaubigen lassen.

Mittels einer Vorsorgevollmacht verhindert man, dass der Staat im Falle einer Entscheidungsunfähigkeit alle weiteren Entscheidungen übernimmt. Im Gesundheitssystem sind einige Dinge gesetzlich geregelt. Zum Beispiel auch welche Behandlung ein Patient mit einer bestimmten Krankheit bekommt und in welches Spital der Patient oder die Patienten überstellt wird. Hat man einen Bevollmächtigten kann dieser nun einige wichtige Dinge für einen bestimmen. Somit verliert man, obwohl man momentan selbst nicht seinem Willen Ausdruck verleihen kann, nicht die vollständige Kontrolle über sein eigenes Leben.

Scroll to Top