Warmwasserbereitung von der Heizung trennen

(djd). Im Bereich der Warmwasserversorgung liegt in deutschen Haushalten ein großes Energiesparpotenzial – denn oft kommt noch eine wenig effiziente Technik zum Einsatz. Jörg A. Gerdes ist Geschäftsführer der Clage GmbH. Er sagt, wie der Energieverbrauch verringert werden kann:

Was ist das Problem bei der üblichen Warmwasserversorgung?

– Das Wasser wird normalerweise in großen Speichern auf hohe Temperaturen über 65 Grad Celsius erhitzt und dann durch lange Leitungen zu den einzelnen Entnahmestellen gepumpt. Dabei geht viel Energie verloren. Tatsächlich wird warmes Wasser aber nur in kleineren Mengen und geringeren Nutztemperaturen benötigt: Zum Händewaschen genügen bereits 35 Grad, geduscht wird bei 38 Grad und heiß spülen lässt es sich ab 45 Grad.

Wie kann man die Kosten für die Warmwasserbereitung gering halten?

– Ich empfehle eine dezentrale Versorgung mit elektronischen Durchlauferhitzern, die nahe der Wasser-Entnahmestelle installiert werden. Das bedeutet in der Praxis, dass in verschiedenen Räumen auch verschiedene Durchlauferhitzer zum Einsatz kommen. Die Durchlauferhitzer erwärmen das Wasser genau auf die Temperatur, die tatsächlich gebraucht wird. Die Wunschtemperatur kann am Display oder per Funkfernbedienung eingestellt werden. Lange Leitungswege entfallen und das warme Wasser steht jederzeit sofort zur Verfügung.

Worauf muss man beim Kauf solcher Geräte achten?

– Wichtig ist, dass das Gerät zum Einsatzzweck passt. Ein Klein-Durchlauferhitzer mit einer Leistung von 3,5 bis 6,5 kW reicht für die Warmwasserversorgung am Handwaschbecken völlig aus. In der Küche empfehle ich einen Kompakt-Durchlauferhitzer mit etwas mehr Leistung, also 11 bis 13,5 kW. Für das Bad gibt es elektronische Durchlauferhitzer mit einer Leistung zwischen 18 und 27 kW. Weil das warme Wasser unabhängig von der Heizung erzeugt wird, kann auch die Heizungsanlage kleiner dimensioniert werden. Das spart Energie und Kosten.

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