Wachstumsfaktor schützt vor Schädigung der Bronchialbarriere der Lunge

Luftschadstoffe, wie z. B. Zigarettenrauch, schädigen die oberflächlichen Epithelzellen der Lunge, die die natürliche Barriere für Schadstoffe darstellen. Dadurch haben krankheitserregende Stoffe einen leichten Zutritt in den Körper und rufen Entzündungen und chronische Erkrankungen wie COPD hervor. Dem Wachstumsfaktors TGF-β1 schrieb man bisher eher einen krankheitsfördernden Einfluss zu. „Wir konnten erstmals zeigen, dass TGF-β1 in der frühen Phase nach Zellschädigung durch Zigarettenrauch einen positiven Einfluss auf die Aufrechterhaltung der epithelialen Lungenbarriere hat“, sagt Prof. Dr. Oliver Eickelberg, Direktor des Instituts für Lungenbiologie (iLBD) am Helmholtz Zentrum München und Leiter des CPC (Comprehensive Pneumology Center), einem Verbundprojekt des Helmholtz Zentrum München mit dem Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München.
TGF-β1 kann durch diese natürliche Schutzfunktion Krankheiten wie COPD zwar nicht verhindern. Die Hoffnung besteht aber darin, zu versuchen, diesen Schutzmechanismus auch bei fortgeschrittener Krankheit zu reaktivieren. „Auf diesem Weg eröffnet sich uns ein neuer Therapieansatz für beispielsweise COPD“, erklärt Eickelberg. „Die Erkenntnisse sind ein weiterer Schritt bei der Entwicklung von wirkungsvollen Behandlungsmethoden für Patienten mit Lungenerkrankungen“.

Weitere Informationen
Original-Publikation:
Cigarette Smoke-Induced Disruption of Bronchial Epithelial Tight Junctions is Prevented by Transforming Growth Factor-Beta
Andrea C Schamberger, Nikica Mise, Jie Jia, Emmanuelle Genoyer, Ali Ö Yildirim, Silke Meiners, Oliver Eickelberg
American Journal of Respiratory Cell and Molecular Biology10.1165/rcmb.2013-0090OC Posted online on 20 Dec 2013.
Link zur Fachpublikation

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 34.000 Beschäftigten angehören. Das Helmholtz Zentrum München ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V.

Institut für Lungenbiologie / Comprehensive Pneumoloy Center (iLBD/ CPC)
Das Institut für Lungenbiologie (iLBD) gehört dem Comprehensive Pneumoloy Center (CPC) an, einem Zusammenschluss des Helmholtz Zentrums München mit dem Universitätsklinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München und den Asklepios Fachkliniken München-Gauting. Ziel des CPC ist die Erforschung chronischer Lungenerkrankungen, um neue diagnostische und therapeutische Strategien zu entwickeln. Das iLBD führt mit der Untersuchung zellulärer, molekularer und immunologischer Mechanismen von Lungenerkrankungen den Schwerpunkt der experimentellen Pneumologie an. Das CPC ist ein Standort des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL)

Fachlicher Ansprechpartner
Prof. Dr. Oliver Eickelberg, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Comprehensive Pneumology Center (CPC) Max-Lebsche-Platz 31,D-81377 München – Tel. + 49 89 3187-4660, E-Mail ()

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