Vorzeigeprojekt für deutsch-französische Forschungskooperation

Die Medizinische Fakultät Mannheim und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) betreiben mit Volldampf die Planung eines deutsch-französischen Zentrums zur biomedizinischen Forschung. Der Aufbau einer solch einzigartigen Institution, des „French-German Advanced Translational drug discovery Center“ (FGATC), hat letztendlich zum Ziel, neue Therapien und Medikamente zu entwickeln. In gleich zweifacher Hinsicht agiert dieses Projekt grenzüberschreitend: es verbindet mit der Translationalen Forschung Grundlagenforschung mit klinischer Forschung und Entwicklung, und zwar über die Staatsgrenze hinweg.

Wenn heute (am 15. April) die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professor Dr. Johanna Wanka, gemeinsam mit ihrer französischen Amtskollegin Geneviève Fioraso die „deutsch-französische Woche der Wissenschaften“ eröffnet – eine zentrale Veranstaltung im Deutsch-Französischen Jahr anlässlich 50 Jahre Elysée-Vertrag – gehört die Unterzeichnung der „Willenserklärung“ zu diesem einzigartigen Projekt der transnationalen Kooperation zum festlichen Programm, das die beiden Ministerinnen gemeinsam absolvieren. Das geplante Zentrum ist eine von insgesamt sieben Initiativen zwischen deutschen und französischen Institutionen, die im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten der „Semaine Franco-Allemande de la Science et des Alumni“ gewürdigt werden. Der Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professor Dr. Dr. Uwe Bicker, und der Vorstandsvorsitzende des DKFZ, Professor Dr. Otmar D. Wiestler, unterzeichnen das Memorandum gemeinsam mit dem Präsidenten der Universität Straßburg, Professor Alain Beretz, dem Vorstandsvorsitzenden des Institut national de la santé et de la recherche médicale (Inserm), Professor André Syrota, und dem Präsidenten Global Research & Development des Pharmaunternehmens Sanofi, Dr. Elias Zerhouni, in Anwesenheit der beiden Ministerinnen.

Das „French-German Advanced Translational drug discovery Center“ ist eine Öffentlich-private Partnerschaft (public-private-partnership, PPP), die herausragende Forschungsinstitutionen im Oberrheintal beidseits der deutsch-französischen Grenze verbindet. Ganz im Sinne eines geeinten Europa hebt das Projekt die nationale Grenze für diese einzigartige Forschungskooperation auf. Auf deutscher Seite vertreten die Medizinische Fakultät Mannheim mit dem im Aufbau befindlichen „Heinrich-Lanz-Zentrum für Personalisierte Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg“ und das Deutsche Krebsforschungszentrum den klinischen und translationalen Teil der Forschung. Die Universität Straßburg und Sanofi in Straßburg bringen ihre spezielle Expertise in der Grundlagenforschung ein, vor allem im Bereich des Screenings auf der Basis eines neuen in-vitro Bildgebungsverfahrens.

Es geht bei der wissenschaftlichen Zusammenarbeit auch darum, Erkenntnisse, die in der Grundlagenforschung gewonnen werden, in die klinische Entwicklung zu überführen – „from bench to bedside“ –, der Fokus liegt aber darauf, umgekehrt Erkenntnisse der klinischen Forschung in die Grundlagenforschung zurückfließen zu lassen, um daraus neue Impulse für die Forschung zu setzen.

Von der transnationalen Initiative, die im Deutsch-Französischen Jahr gestartet wird, erwarten sich die beteiligten Partner Innovationen im Sektor Biomedizin, zum Nutzen der Standorte beiderseits des Rheins, aber vor allem zum Nutzen der Patienten.

La Semaine Franco-Allemande de la Science et des Alumni (15. bis 19. April 2013)
… ist eine zentrale Veranstaltung des Deutsch-Französischen Jahrs anlässlich 50 Jahre Elysée-Vertrag, des Freundschaftsvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik, mit dessen Unterzeichnung der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle im Jahr 1963 die deutsch-französische Zusammenarbeit vertraglich besiegelten.

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