Vortrag: Sport und Training bei Morbus Parkinson und Multipler Sklerose – was ist erreichbar?

Idstein/Frankfurt. Bei verbreiteten neurodegenerativen Krankheiten wie Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose erfolgt die Behandlung klassischerweise mit Hilfe von Medikamenten. Neuere, gut kontrollierte Studien internationaler Forschungseinrichtungen zeigen, dass darüber hinaus durch Sport und Training eine erhebliche Verbesserung bei der Behandlung erreicht werden kann. In seinem Vortrag „Sport und Training bei Morbus Parkinson und Multipler Sklerose – Was ist erreichbar?“ im Rahmen der Science Tour Hessen berichtet Professor Dr. Christian T. Haas am 21. Mai um 19 Uhr im Festsaal des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt über neueste Forschungsergebnisse, stellt Bewegungs- und Trainingsmöglichkeiten für Betroffene vor und gibt praktische Hinweise für den Alltag.

Im Mittelpunkt vieler Sport- und Trainingsstudien stehen Verbesserung der Koordination, Kraft oder Ausdauer, allerdings lassen sich – insbesondere bei neurodegenerativen Krankheitsbildern – auch positive Auswirkungen auf Aktivitäten des täglichen Lebens, Vitalität, Mobilität oder Selbstvertrauen feststellen. Die Umsetzung von geeigneten Trainingsmaßnahmen im Alltag ist allerdings nicht immer einfach, da die Bewegungsform, Belastungsintensität und -dauer eine erhebliche Rolle spielen und auf individuelle und äußere Parameter wie Tagesform, Vorbelastung, Umgebungstemperatur und andere Bedingungen angepasst werden müssen. Die Forschungsgruppe von Prof. Dr. Christian T. Haas von der Hochschule Fresenius hat in einem Verbundprojekt mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität des Saarlandes die Auswirkungen von adaptiven Trainingsprogrammen in mehreren Studien bei M. Parkinson und Multiple Sklerose untersucht. Die Patienten führten dabei nicht nur vorgegebene Trainingsübungen durch, sondern wurden gleichzeitig durch die Forscher ausgebildet und unterrichtet, welche Maßnahmen zu welchen physiologischen Effekten führen, bei welchen Randbedingungen in welcher Form trainiert werden sollte und welche „Stolpersteine“ und „Engpässe“ der Alltag mit sich bringt. Dieses Ausbildungsprogramm ermöglichte den Patienten, ihr Training und Verhalten eigenständig und selbstkompetent zu steuern und anzupassen. Die Ergebnisse der Studien sind sowohl klinisch hochrelevant als auch im Hinblick auf die Lebensqualität von zentraler Bedeutung. Bei seinem Vortrag im Senckenbergmuseum wird Haas sie erstmalig krankheitsbildübergreifend vorstellen. Der Vortrag richtet sich an jeden Interessierten und ist kostenfrei.

Dr. Christian T. Haas ist Professor für quantitative Forschungsmethoden und Forschungskoordinator des Fachbereichs Gesundheit an der Hochschule Fresenius in Idstein. Für seine Forschungstätigkeit wurde er bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Auf dem 7. internationalen Kongress der European Interdisciplinary Society for Clinical and Sports Application (EISCSA) in Bern hält er die Keynote Lecture zum Thema “Benefits and Risks of Sports and Exercise in neurodegenerative disorder“.

Ermöglicht werden Haas‘ Forschungsprojekte durch Förderung u.a. der Hilde-Ulrichs-Stiftung für Parkinsonforschung, der Aenne Speck Stiftung und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (Landesverband Saarland).

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