Vorsicht Fälschung

(djd). Die Designersonnenbrille für unter zehn Euro, ein Kleid eines bekannten Modelabels kaum teurer als beim Textildiscounter – die Freude über das günstige Schnäppchen kann schnell vergehen: Wer bewusst oder unbewusst Plagiate von Markenprodukten kauft, muss nicht nur mit finanziellen Nachteilen durch Bußgelder oder eine Nachverzollung bei der Einreise rechnen, sondern auch mit gesundheitlichen Risiken. Denn in den Fälscherwerkstätten wird für gewöhnlich in niedrigster Qualität produziert. Außerdem ist in aller Regel die vom Originalhersteller garantierte Funktionalität und Qualität nicht gewährleistet, was zu einem erhöhten Unfallrisiko führen kann. Dabei gibt es Hinweise, woran Verbraucher Fälschungen erkennen und sich davor schützen können.

Fälschungen erkennen

Plagiate findet man längst nicht mehr nur in Urlaubsländern. Auch hierzulande werden billige Fälschungen angeboten. „Typische Vertriebswege hierfür sind das Internet, Onlineauktionen oder auch Straßenverkäufe wie beispielsweise Flohmärkte“, erklärt Carsten Hotzan. Der Geschäftsführer der Bremer Leuchtenmanufaktur Tecnolumen kämpft seit Jahren gegen Produktpiraterie an. „Sogar in Geschäften tauchen immer wieder Fälschungen auf – allerdings handelt es sich dabei in der Regel nicht um Fachgeschäfte.“ Das mittelständische Unternehmen produziert die weltberühmte Bauhaus-Schreibtischleuchte von Professor Wilhelm Wagenfeld, die von Fälschern meist in Billiglohnländern raubkopiert und dann zu Schleuderpreisen verkauft wird. Neben Designerleuchten werden in Deutschland auch zahlreiche weitere Produkte gefälscht und unter die Leute gebracht – von Heimwerker- und Gartengeräten über Autoersatzteile bis hin zu Unterhaltungselektronik. Doch woran erkennt man Fälschungen? Die Preise dieser „Schnäppchen“ liegen meist deutlich unter der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers und der interessierte Kunde sollte sich erklären lassen, warum das Angebot so günstig ist. Weitere Indizien sind die mangelnde Qualität der verarbeiteten Materialien oder auch das Kleingedruckte in Produkt- und Garantieinformationen, in denen man häufig Rechtschreibfehler findet. Besonders auffällig sind Markennamen und Logos, bei denen Buchstaben weggelassen oder verdreht wurden. Auf Sicherheitszeichen wie das GS-Zeichen oder die CE-Kennzeichnung kann man sich leider nicht immer verlassen, denn auch diese werden genauso gefälscht wie die Originalprodukte selbst.

Nur echt mit dem „Bauhaus“-Stempel

Neben den allgemeinen Hinweisen zu den typischen Vertriebswegen, Preisunterschieden, Materialien und dem Kleingedruckten weist ein Produkt jeweils eigene Qualitätsmerkmale auf. Ein Beispiel: die Wagenfeld-Leuchte. Der Schirm besteht aus mundgeblasenem Opalglas und die elektrische Zuleitung aus einem umsponnenen schwarzen Textilkabel. Der transparente Schaft und der Fuß sind aus Klarglas, nicht aus Kunststoff. Die Fassung der Lampe weist die charakteristische Tülle für die Zugschnur auf und die Oberfläche ist vernickelt und nicht verchromt. Dadurch bekommt sie mit der Zeit die typische, leicht gelbliche Patina. Sämtliche Leuchten werden vor der Auslieferung zweifach auf elektrische Sicherheit und auf eine gleichbleibend hohe Oberflächenqualität geprüft, sind fortlaufend nummeriert und tragen den Tecnolumen/Bauhaus-Stempel unter der Fußplatte. Weitere Informationen gibt es unter http://www.tecnolumen.de im Internet.

Tipps für Plagiatsopfer

Doch was tun, wenn man Opfer eines Fälschers geworden ist – trotz aller Sicherheitsvorkehrungen? „Natürlich sollte man zunächst versuchen, das Produkt gegen Kostenerstattung an den Händler zurückzugeben“, so Hotzan. „Zudem sind wir als Hersteller natürlich für jeden Hinweis dankbar. Auch der Zoll oder eine Informationsstelle sollten über den Vorfall informiert werden, damit entsprechende Schritte eingeleitet werden können.“

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