Vorschlag von Kriterien zur Gründung nationaler Spitzengesundheitszentren in Frankreich

Im Mai 2009 hatte die Kommission Marescaux I (benannt nach ihrem Vorsitzenden Jacques Marescaux, Leiter des Instituts für Magen- und Darmchirurgie in Strassburg) das Konzept dieser IHU vorgeschlagen. Das Budget für die Gründung dieser 5 IHU wurde auf 850 Millionen Euro festgelegt. Die Kommission Marescaux II hat der Regierung nun einen Entwurf des "IHU-Lastenheftes" überreicht. Die offizielle Ausschreibung für diese IHU soll noch vor dem Sommer gestartet werden. Im Anschluss wird ein internationaler Ausschuss bis Dezember die 5 besten Projekte auswählen.

Nach Angaben der Kommission Marescaux II sollen die IHU-Kandidaten "über ein internationales Spitzenniveau im Bereich Versorgung, Forschung und Bildung verfügen" und "um Talente von weltweitem Ruf aufgebaut sein". Spezialisiert auf eine einzige Thematik (Immunologie, Hämatologie, etc.) sollte ihre Priorität auf der Verstärkung des Technologietransfers liegen. Dies erfordert enge Beziehungen zu industriellen Partner und die Planung einer systematischen Co-Finanzierung durch den privaten Sektor. Bislang wurde jedoch noch nicht festgelegt, welche Fachgebiete davon besonders profitieren werden (zum Beispiel Genetik, Chirurgie, Neurologie, Immunologie oder medizinische Bildgebung).

Diese Spitzengesundheitszentren sollen mehr als 100 staatliche und private Forscher, Ingenieure und lehrbeauftragte Forscher sowie mindestens 200 weitere im medizinischen Bereich tätige Personen beschäftigen. Das IHU soll an einem einzigen Forschungsstandort liegen, auch wenn die "Beteiligung von Forschergruppen anderer Standorte" möglich sein wird.

Die Kommission schlägt auch vor, dass die IHU den rechtlichen Status einer Stiftung für wissenschaftliche Kooperation annehmen, deren Kapital sich zu 80% aus Fördermitteln zusammensetzt, die im Rahmen von Ausschreibungen erworben werden. Davon dürfen nur maximal 20% für Material, technische Plattformen oder Gebäude ausgegeben werden, so das Forschungsministerium. Das Führungspersonal dieser Stiftungen wird begrenzt, um bei der Anwerbung der besten internationalen Köpfe flexibel zu bleiben und diese auch halten zu können.

Angesichts der kleinen Anzahl von IHU und der Höhe des Budgets wird viel über die Ergebnisse spekuliert. Da fast die Hälfte der französischen biomedizinischen Forschung in der Region der Hauptstadt stattfindet, wird angenommen, dass 2 der 5 IHU in Paris angesiedelt sein werden (das eine an die Universität Paris-VI, das zweite an die Universitäten Paris-V und Paris-VII angebunden). Aus diesem Grund empfiehlt die Marescaux -Kommission, dass exzellente, jedoch nicht als IHU ausgewählte Kandidaten eine alternative Förderung erhalten, die ebenfalls aus der "großen Staatsanleihe" finanziert wird.

[1] "Aktueller Stand zur großen Staatsanleihe" – Wissenschaft Frankreich 173 – 2/12/2009 – <http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/173.htm#1>
[2] "Die Einrichtung eines Pensionsfonds für die Biotechnologien durch den Strategischen Rat der Gesundheitsindustrien" – Wissenschaft Frankreich 172 – 3/11/2009 – <http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/172.htm>

Quelle: "Excellence et talents au programme des instituts hospitalo-universitaires" – Le Monde – 06.04.2010 – <http://www.lemonde.fr/societe/article/2010/04/06/excellence-et-talents-au-programme-des-instituts-hospitalo-universitaires_1329452_3224.html>

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

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(idw, 04/2010)

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