Vorhofflimmern – was kann man dagegen tun?

Fachgesellschft der deutschen Herzchirurgen, Vorhofflimmern – was kann man dagegen tun

Vorhofflimmern – was kann man dagegen tun? „Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen in der Allgemeinbevölkerung. Insbesondere in alternden Gesellschaften wie in Deutschland ist das ein zunehmendes Problem“, sagt UKE-Herzforscherin Prof. Schnabel. Herzrhythmusstörungen seien an sich nicht lebensbedrohlich, sie würden aber einhergehen mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder auch Demenz. Eine eingeschränkte Lebensqualität und eine erhöhte Sterblichkeit seien die Folgen. „Besonders problematisch dabei ist, dass Vorhofflimmern oft symptomlos verläuft und die Betroffene daher gar nicht wissen, dass ihr Herzschlag außer Takt geraten ist und auf Dauer weitere Erkrankungen verursachen kann“, erläutert die Projektleiterin, die sich mit ihrem Team im Universitären Herz- und Gefäßzentrum des UKE seit Jahren intensiv mit der Erforschung von Vorhofflimmern beschäftigt.

Vorhofflimmern – Gefährdete Personen identifizieren und effektiv untersuchen

Gemeinsam mit den internationalen Projektpartnern sollen nun Strategien entwickelt werden, um gefährdete Personen zu identifizieren und effizient auf Vorhofflimmern zu untersuchen. „Die entscheidenden Fragen lauten: Wer genau muss untersucht werden und welche Methoden sind dafür die am besten geeigneten?“, erklärt die Herzforscherin. Standard zur Untersuchung von Herzrhythmusstörungen sei ein Zwölf-Kanal-EKG, bei dem mehrere Elektroden auf den Oberkörper der Patienten geklebt werden müssen. „Das ist sehr aufwändig und nicht jeder Hausarzt hat ein solches Gerät“, so Prof. Schnabel. Günstige und weit verbreitete technische Alternativen, die Hinweise auf Vorhofflimmern liefern können, seien zum Beispiel Blutdruck- oder Pulsmessgeräte, tragbare Gürtel, unter die Haut implantierbare Mini-Geräte, aber auch die Kamera des Handys oder eine Smart-Watch. „Ein Screening muss möglichst einfach sein, um bei möglichst vielen Menschen angewendet werden zu können.“ Ob alle oder nur Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, mit Übergewicht oder ab einem bestimmten Alter untersucht werden sollten, seien weitere Fragen, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beantworten wollen. „Ich hoffe, dass wir bereits in zwei, drei Jahren erste Ergebnisse haben, von denen die Patientinnen und Patienten profitieren können“, sagt Prof. Schnabel.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Renate Schnabel
Klinik und Poliklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410-53979
r.schnabel@uke.de

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