Vorbildliche Sicherheitstechnik schützt vor Kopfverletzungen bei Überschlagunfällen

Es ist ein kleiner Sensor, aber er bedeutet einen großen Sicherheitsgewinn beim Autofahren: der sogenannte Überschlagsensor. Heute zeichnet die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung die DAIMLER AG Mercedes-Benz Cars mit der Hannelore Kohl-Ehrenmedaille aus für die erstmalige und serienmäßige Ausrüstung der Mercedes-Benz Pkw mit dem Überschlagsensor. Durch den Sensor werden bei einem Überschlagunfall Kopfseitenairbags und Gurtstraffer ausgelöst und somit schwerste Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule effizient reduziert. Prof. Dr. Dr. Jan Schwab, Mitglied des Stiftungsvorstandes, übereicht Thomas Merker, Ressortleiter Karosserie, Sicherheit, Telematik in der Mercedes-Benz Cars Entwicklung, die Auszeichnung im Rahmen der vierten Sicherheitskonferenz der Stiftung in Stuttgart.

Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung würdigt mit dieser Auszeichnung das besondere Engagement von Mercedes-Benz, Sicherheitstechnik zu entwickeln und in den Fahrzeugen einzusetzen, mit der die Zahl der schweren Kopfverletzungen reduziert werden kann. Mercedes-Benz hat früh erkannt, dass der Einsatz des Überschlagsensors einen großen Sicherheitsgewinn für die Fahrzeuginsassen bedeutet. Moderne Pkw verfügen zwar über Gurtstraffer und Kopfseitenairbags. Sie sind aber nur für Frontal- und Seitenkollisionen und die entsprechenden Crashtests ausgelegt. Das gesamte Potential wird erst dann genutzt, wenn beide Systeme mit einem Überschlagsensor gekoppelt werden. Gerade schwerste Schädelhirntraumen auch mit Langzeitfolgen und Wirbelsäulenverletzungen, die zu einer Querschnittslähmung führen, können so verhindert werden. Andere Hersteller argumentieren gegen den Einsatz des Überschlagsensors mit Kostenargumenten oder der vermeintlich geringen Zahl entsprechender Unfälle. Mit der Verleihung der Hannelore Kohl-Ehrenmedaille verbindet die Stiftung deshalb auch die Hoffnung, andere Hersteller zum Einsatz des Überschlagsensors zu motivieren.

Bei der Sicherheitskonferenz treffen sich auf Einladung der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung ausgewiesene Experten aus der Unfallforschung, Automobiltechnik und Medizin, um gemeinsam Wege zur nachhaltigen Senkung der Zahl der Unfallverletzten mit Schädelhirntrauma zu erarbeiten. Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Dr. Peter Ramsauer. Der Präsident der Bundesanstalt für Straßenwesen Prof. Schrick adressierte Grußworte des Verkehrsministeriums.

Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum und setzt sich für Menschen mit einer Schädelhirnverletzung ein. Die Stiftung engagiert sich in der Präventionsarbeit und unterstützt auch die Unfallforschung, deren Erkenntnisse dazu beitragen, wirksame Maßnahmen zur Verringerung von schweren Schädelhirntraumata zu entwickeln. Kopfverletzungen können dramatische Folgen haben. Ein Schädelhirntrauma kann Lebensträume und -perspektiven zerstören. In Deutschland leben rund 800.000 Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung.

Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für schädelhirnverletzte Menschen und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bisher konnten rund 30 Mio. Euro aus Spendenmitteln für über 630 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen Schädelhirntraumen, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der medizinischen Fortschritte kann vielen von ihnen geholfen werden.

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