Vorbereitung des Neugeborenen-Screenings für seltene Immundefekte

„Unser Ziel ist, das Neugeborenen-Screening auf lebensbedrohliche Immundefekte in zwei bis drei Jahren in Deutschland eingeführt zu haben“ sagt Prof. Ehl. „Das Screening ermöglicht eine frühe Diagnose der Krankheiten, um mit einer rechtzeitigen Stammzelltransplantation etwa zehn bis 15 Kindern jährlich in Deutschland das Leben retten zu können“, fährt er fort. In vielen Fällen ist eine solche Transplantation fremder Immunstammzellen die einzige Möglichkeit, um die Krankheiten zu heilen. Bislang gibt es allerdings keine standardisierten Vorgehensweisen für die Behandlung der seltenen Kombinierten Immundefekte.

In dem mit gut 200.000 Euro geförderten Projektteil des Centrums für Chronische Immundefizienz (CCI) am Universitätsklinikum Freiburg konzentrieren sich die Forscher unter Verwendung modernster Techniken darauf, Veränderungen des Immunsystems zu erforschen, die sich zur Verlaufsprognose einer Krankheit eignen könnten. „Dies ist die Voraussetzung dafür, dass bei den durch das Screening identifizierten Kindern zum richtigen Zeitpunkt eine Stammzelltransplantation durchgeführt werden kann“, sagt Prof. Ehl.

Darüber hinaus soll im Rahmen des EuroCID-Projekts die klinische Betreuung der Patienten systematisiert und auf europäischer Ebene vereinheitlicht werden, unter anderem mit derzeit laufenden Pilotprojekten in Frankreich und Italien. Dafür wird auch eine Zusammenarbeit mit dem Europäischen Immundefekt-Register angestrebt, das am CCI des Universitätsklinikums Freiburg angesiedelt ist. An dem Projekt sind insgesamt sieben Forschungsgruppen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Israel beteiligt.

In dem Projekt EuroCID werden sogenannte Kombinierte Immunerkrankungen (Combined Immundeficiencies, CID) erforscht, bei denen sowohl Abwehr-T-Zellen des Immunsystems als auch Antikörper produzierende B-Zellen beeinträchtigt sind. Im Vergleich zu Schweren Kombinierten Immundefekten (Severe Combined Immunodeficiency, SCID) sind Restfunktionen des Abwehrsystems und damit ein Teilschutz gegenüber Viren, Bakterien und Pilzen erhalten. Beide Formen können aber lebensbedrohlich verlaufen.

Kontakt
Prof. Dr. Stephan Ehl
Medizinischer Direktor
Centrum für Chronische Immundefizienz
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-77550
stephan.ehl@uniklinik-freiburg.de

Johannes Faber
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-84610
johannes.faber@uniklinik-freiburg.de

Scroll to Top