Von schiefen Türmen und tiefen Brunnen

(djd). Er ist noch schiefer als sein Pendant in Pisa und steht im Thüringer Kyffhäusergebirge: Der Kirchturm der Oberkirche in Bad Frankenhausen neigt sich auf verkarstetem Untergrund bereits 4,60 Meter aus dem Lot und wurde dadurch zu einer ausgefallenen Sehenswürdigkeit, dem höchsten schiefen Turm der Welt. Doch die Region – zu ihr gehört nach eigenen Angaben das kleinste Mittelgebirge Deutschlands – hat noch mehr Ungewöhnliches zu bieten.

Mächtige Burg, riesige Höhle

Herausragend ist das berühmte, monumentale Kyffhäuser-Denkmal, das größte in Thüringen. Es steht auf dem 457 Meter hohen Burgberg, wo sich die Überreste einer einst mächtigen Wehranlage befinden. Die Reichsburg Kyffhausen gehörte mit 600 Metern Länge und 60 Metern Breite zu den größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands. Der dazugehörige Brunnen ist heute im Guinnessbuch der Rekorde verzeichnet: Mit 176 Metern Tiefe dürfte er der tiefste Burgbrunnen der Welt sein. Wer gern tief unter Tage abtaucht, ist in der sagenumwobenen Barbarossahöhle richtig: Sie gilt mit ihren 13.000 Quadratmetern als größte Gipskarsthöhle Europas, und in ihr soll der legendäre König Barbarossa angeblich bis zu seiner Wiederkehr schlummern.

Wo man unterirdisch getraut wird

Barbara, die Schutzbefohlene der Bergleute, wacht der Sage nach über das Erlebnisbergwerk von Sondershausen, eine alte Kaligrube. Inzwischen wird sie von Gästen anstatt von Bergleuten befahren. Das Areal ist mittlerweile sogar Schauplatz von Marathonläufen und Mountainbikerennen. Im Festsaal finden Konzerte statt, es gibt eine unterirdische Kegelbahn, einen See zum Kahnfahren und eine Rutsche durch den Berg. Außerdem kann man sich in etwa 660 Metern Tiefe sogar trauen lassen. Bei Sondershausen geht’s aber auch hoch hinaus, zum Beispiel auf den 42 Meter hohen Possenturm. Von dem achteckigen Fachwerkgebäude eröffnet sich ein weiter Blick über die Buchenwälder der Hainleite rund um die Stadt Sondershausen. Unter http://www.kyffhaeuser-tourismus.de finden sich weitere Informationen.

Mit den Kindern per Eisenbahn und Esel unterwegs

„Kultur mit Pfiff“ – hinter diesem Spruch verbirgt sich eine ganze Welt im Modellformat. In der Stadt Wiehe im Unstruttal bei Artern in der Thüringer Kyffhäuserregion wurden in liebevoller Kleinarbeit Modellbahnanlagen auf rund 12.000 Quadratmetern Fläche für kleine und große Fans aufgebaut. Sie sind das ganze Jahr über zu besichtigen. Unter http://www.modellbahn-wiehe.de finden interessierte Besucher weitere Auskünfte. Danach lässt man sich einen traditionellen Zwiebelkuchen in der Zwiebelmetropole Heldrungen schmecken – seit dem 17. Jahrhundert wird das Gemüse dort angebaut. Von der historischen Kleinstadt aus gelangt man zum ersten „Eselmuseum“ in Thüringen nach Ebeleben: Pfarrer Otto Thonhofer sammelte rund 100 Exponate von den graufelligen Vierbeinern. Aber es gibt auch lebende „Exponate“ zu bestaunen: Anna und Gyppsie lassen sich gern kraulen. Unter http://www.eselmuseum.de.vu gibt es mehr Informationen.

Kurztext

Aus Barbarossas tiefer Höhle hoch hinaus

(djd). Er ist schiefer als sein Pendant in Pisa und steht im Thüringer Kyffhäusergebirge: Der Kirchturm in Bad Frankenhausen neigt sich 4,60 Meter aus dem Lot. Doch die Region hat noch mehr Ungewöhnliches zu bieten. Herausragend ist das Kyffhäuser-Denkmal, das größte in Thüringen. Es steht auf dem Berg der Reichsburg Kyffhausen, deren Brunnen dem Guinnessbuch der Rekorde zufolge mit 176 Metern Tiefe als tiefster Burgbrunnen der Welt gilt. Wer gern unter Tage abtaucht, ist in der Barbarossahöhle oder im Erlebnisbergwerk von Sondershausen richtig. Dort geht’s aber auch hoch hinaus, zum Beispiel auf den 42 Meter hohen Possenturm. Eisenbahnfans finden in der Stadt Wiehe im Unstruttal Modellbahnanlagen auf einer Fläche von rund 12.000 Quadratmetern. Unter http://www.kyffhaeuser-tourismus.de gibt es mehr Informationen.

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