Von Doping, künstlichen Organen und Goethes heimlicher Geliebten

Kann künstliche Photosynthese den zukünftigen Energiebedarf decken? Welche neuen Verfahren gibt es, um Doping im Sport nachzuweisen? Und kann man kranke Organe im menschlichen Körper bald durch andere Materialien ersetzen? Diese und weitere Fragen werden beim 7. Jahrestreffen der Seniorexperten Chemie (SEC), einer Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) diskutiert. Die Tagung findet vom 2. bis 4. Mai in Weimar statt.

Morgen, am 4. April, wird der Tag der älteren Generation begangen. Aber die SEC-Mitglieder haben Wichtigeres zu tun als über ihr Alter nachzudenken. „Wir sind keine Couch Potatoes, keine Fernsehglotzer, und erst recht nicht desinteressiert an Politik, Wissenschaft und Kultur. Wir sind aktiv, weltoffen und noch immer in die Naturwissenschaften, speziell in Chemie und Pharmazie, verliebt“, betont Professor Dr. Klaus-Peter Jäckel, Vorstandsvorsitzender der SEC. Schon zum siebten Mal organisieren die Seniorexperten Chemie eine Tagung, die aktuelle Themen aus allen Bereichen der Chemie aufgreift.

Zu den Vortragenden gehören unter anderem Professor Dr. Dagmar Schipanski, Universität Ilmenau, und Prof. Dr. Dr. E.h. Markus Antonietti, Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam. Grußworte sprechen Stefan Wolf, Oberbürgermeister der Stadt Weimar, und der GDCh-Präsident Dr. Matthias Urmann. Zur Veranstaltung, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert, werden rund 200 Besucher erwartet.

Markus Antonietti wird in seinem Vortrag untersuchen, was die künstliche Photosynthese und weitere der Natur abgeschaute Methoden für die künftige Energiegewinnung leisten können. Professor Dr. Mario Thevis vom Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln stellt Möglichkeiten des Nachweises dopingrelevanter Substanzen in Jugend- und Seniorensport vor. Und Professor Dr. Thomas Scheper vom Institut für Technische Chemie der Universität Hannover gibt einen Überblick über aktuelle Forschungen aus der Biomedizin. Hier arbeiten Wissenschaftler daran, körpereigene Zellen so auf Materialien aufzutragen, dass künstliche Herzklappen, Venen oder sogar Organe nicht vom Körper abgestoßen werden. „Künstliche Organe aus der Retorte – Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft“, lautet der Titel seines Vortrags.

Auch die Kultur kommt nicht zu kurz: Die Verbindung Johann Wolfgang von Goethes mit den Naturwissenschaften, vor allem der Chemie („seiner heimlichen Geliebten“) wird in einem Abendvortrag beleuchtet. Und besonders wichtig ist den Seniorexperten der Brückenschlag zur jüngeren Generation. So werden nicht nur einige Jungchemiker, also Studierende und Doktoranden, in Weimar dabei sein, sondern auch Thüringer Schüler aus naturwissenschaftlichen Leistungskursen mit besonderem Interesse an Chemie.

Weitere Informationen zur Tagung finden sich unter http://www.gdch.de/sec2018.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit rund 31.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält 27 Fachgruppen, darunter die Seniorexperten Chemie (SEC) mit über 300 Mitgliedern. Die meisten Seniorexperten haben eine Hochschulausbildung und waren während ihres Berufslebens in verantwortlicher Position in Industrieunternehmen, Bildungseinrichtungen (zum Beispiel Hochschulen und Schulen), Forschungsinstituten oder Behörden aktiv. Heute engagieren sie sich ehrenamtlich in drei SEC-Arbeitskreisen „Netzwerk“, „Öffentlichkeitsarbeit“ sowie „Schule-Bildung-Beruf“.

Bildmaterial zum Download unter http://www.gdch.de/presse.

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