Von der Kaulquappe zur Zystenniere: Freiburger Forscher erhält renommierten DFG-Nachwuchs-Preis

Dr. Lienkamp konnte er erstmalig Zellwanderungen während der Entstehung eines Nierentubulus, der zentralen Einheit der Niere, sichtbar machen. Im Jahr 2014 identifizierte seine Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam ein neues Gen, welches bei einer seltenen Form der zystischen Nierenerkrankung (Nephronophthise) gestört ist. Einen Großteil seiner Forschug betreibt Dr. Lienkamp an Kaulquappen, wo sich die Nierenentwicklung im lebenden Tier beobachten lässt. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit absolviert Soeren Lienkamp derzeit die Ausbildung zum Facharzt für Nephrologie. „Es freut mich sehr, dass mit diesem Preis ein hochkarätiger Forscher ausgezeichnet wurde, der gleichzeitig als engagierter Kliniker tätig ist. Ich hoffe, dass dieses Signal junge Mediziner motiviert, den schwierigen Spagat von Wissenschaft und Medizin zu probieren“, sagt Prof. Dr. Gerd Walz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin IV des Universitätsklinikums Freiburg.

Dr. Lienkamp wurde 1978 in Essen geboren. Er studierte Medizin in Freiburg und forschte am Universitätsklinikum Freiburg sowie an der Nagoya University, Japan. Seit 2014 leitet er eine von der DFG geförderte Emmy-Noether-Forschungsgruppe. Dr. Lienkamp ist unter anderem am Sonderforschungsbereich 1140 „KIDGEM – von Genen zu Mechanismen“ beteiligt. Er wurde bereits 2007 mit dem Pfizer Preis für Nachwuchswissenschaftler der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und 2013 mit dem Theodor Frerichs Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DIGM) ausgezeichnet.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 vergeben. Einer der ersten Preisträger war der Freiburger Immunologe und spätere Nobelpreisträger Prof. Dr. Georges Köhler. Neben Dr. Lienkamp erhalten neun weitere Forscherinnen und Forscher einen Heinz Maier-Leibnitz-Preis, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einem Preisgeld von jeweils 20.000 Euro ausgestattet ist. Er wird an herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher vergeben, die bereits ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben.

Die feierliche Preisverleihung findet am 5. Mai 2015 in Berlin statt.

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