Von Anthrax bis Vogelgrippe: Nationales Symposium für Zoonosenforschung 2013 am 19.–20.09. in Berlin

Seitdem der niederländische Virologe Ron Fouchier in Experimenten mit Frettchen versuchte, das Vogelgrippe Virus H5N1 gefährlicher zu machen, als es derzeit ist, wird intensiv über Nutzen und Risiken solcher Forschung diskutiert. Auf der einen Seite geht es darum, möglichst viel über die Erreger zu wissen, um sich besser vor ihnen zu schützen und ihre Gefährlichkeit besser einschätzen zu können. Auf der anderen Seite wird befürchtet, dass gerade durch solche Experimente unkalkulierbare Risiken eingegangen werden. Der Begriff Dual Use bezeichnet solch eine zweischneidige Forschung, über die Prof. Hans-Dieter Klenk, Leiter des Instituts für Virologie der Phillips-Universität Marburg, Dr. Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, Wolf-Michael Catenhusen, Mitglied des Deutschen Ethikrates, und Volker Stollorz, Wissenschaftsjournalist, am ersten Tag des Symposiums für Zoonosen diskutieren werden.

Neues aus der Welt der Zoonosen
An beiden Tagen werden in über 40 Vorträgen neueste Erkenntnisse aus der Welt der Zoonosen präsentiert: U. a. spricht Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen zu der Frage, ob Darmkrebs durch eine Infektion ausgelöst wird, Dr. Noel Tordo vom Institut Pasteur über Strategien gegen Tollwut-Erreger und mehrere Wissenschaftler über Eigenschaften des MERS-Corona Virus.

Zoonosen erfordern Zusammenarbeit
Infektionskrankheiten gehören nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den weltweit häufigsten Todesursachen für Menschen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Zoonosen: Krankheiten, die durch Erreger ausgelöst werden, die vom Tier auf den Menschen überspringen. Dementsprechend müssen bei der Erforschung von Zoonosen Humanmediziner, Veterinärmediziner und Infektionsbiologen eng zusammenarbeiten.

Nationale Forschungsplattform für Zoonosen
Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen, gegründet 2009, unterstützt den fachübergreifenden Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaftlern und fördert so die Entwicklung von schnellen, funktionsfähigen Lösungen zur Erforschung, Prävention und Bekämpfung von Zoonosen.
Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen beruht auf der im März 2006 zwischen den Bundesministerien für Bildung und Forschung, für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und für Gesundheit getroffenen Forschungsvereinbarung zu Zoonosen. Die Plattform wird gemeinsam von der Universität Münster, dem Friedrich-Loeffler-Institut (Standort Riems) und der TMF getragen. Weitere Informationen: www.zoonosen.net

Podiumsdiskussion „Dual Use“ am Donnerstag, 19.9.2013, Best Western Plus Hotel Steglitz International, Albrechtstraße 2, 12165 Berlin, Raum Ballsaal
Nationales Symposium für Zoonosenforschung vom 19.–20.9.2013, Best Western Plus Hotel Steglitz International, Albrechtstraße 2, 12165 Berlin

Kontakt
Ansprechpartnerin
Dr. Ilia Semmler | Nationale Forschungsplattform für Zoonosen
Tel.: 030 ‒ 22 00 24 772 | Mobil: 0163 ‒ 170 18 16 | presse@zoonosen.net | www.zoonosen.net

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