Von A wie „Altern“ bis Z wie „Zauberpulver“ – Vorschulkinder am FLI zu Gast

Jena. „Warum altern wir, Steine aber nicht? Warum sehen wir Mama und Papa ähnlich, unserem Freund aber nicht? Warum …?“ Der Wissensdurst von Kindern scheint schier unermüdlich und wird den Erwachsenen spätestens anhand der vielen „Warum“-Fragen deutlich. Um dieses enorme Potential frühzeitig zu fördern und Kinder für die Naturwissenschaften zu begeistern, veranstaltet das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) bereits seit mehreren Jahren im Frühjahr einen „Forschertag für Vorschulkinder“. So waren vergangene Woche wieder 10 Vorschulkinder der Bilingualen Integrativen KITA BiLLY des Quer-Wege e.V. und 9 Kinder der Kindertagesstätte „Beutenberg“ des Studierendenwerks Thüringen mit ihren Erziehern am Leibniz-Institut zu Gast und konnten viel Interessantes über das Leben & Altern erfahren und auch selbst einmal experimentieren.

„Dieser bunte Vormittag für Vorschulkinder hat für mich und meine Arbeitsgruppe bereits eine lange Tradition und ist neben unserer alltäglichen Forschungsarbeit am Institut längst ein fester Bestandteil unserer Nachwuchsarbeit geworden“, berichtet Prof. Christoph Englert, Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Genetik am FLI. Bereits zum achten Mal organisierte er zusammen mit seinen Mitarbeitern diesen „Schnuppertag“ für Vorschulkinder der KITA BiLLY, seit vorigem Jahr auch für Kinder der KITA Beutenberg. „Wir sind jedes Mal aufs Neue gespannt, wie die Kinder unsere Mit-mach-Angebote nutzen werden und total fasziniert, mit welchem Elan und welcher Freude die Kinder bei der Sache sind, wenn sie die kleinen Experimente durchführen“.

Auch in diesem Jahr erwartete die Kinder wieder ein abwechslungsreiches Programm. Kindgerecht wurden zu Beginn in einem Vortrag die Grundprinzipien der Genetik erklärt, d.h. welche Bausteine (Merkmale) in uns gespeichert sind und wie diese Informationen von Mama und Papa an die Kinder weitergegeben werden. Dann ging es im Wechsel an die einzelnen Stationen. Die Kinder konnten beispielsweise unter dem Mikroskop zappelnde Mückenlarven bestaunen, in der Hexenküche Brausepulver zum Brodeln und Knallen bringen oder mit Hilfe der Chromatografie Farbstreifen in Fantasiemuster verwandeln; ein riesiger Spaß für Jung und Alt.

Darüber hinaus bestaunten die Kinder an einer anderen Station die farbenprächtigen Fische am Institut und sortierten winzige Fischeier mit der Pinzette auf Torfplatten. Anhand diverser Alterssimulationen machten sich die Kinder danach selbst ein Bild davon, wie schwer es für alte Menschen mitunter wird, ganz alltägliche Dinge zu verrichten. Mit einer speziellen Computer-App wagten sie abschließend einen Blick in die Zukunft und konnten sehen, wie sie vielleicht einmal als Oma oder Opa aussehen werden, was mitunter zu schallendem Gelächter, aber auch zu bestürzten Ausrufen wie „furchtbar, so viele Falten“ führte.

Für jedes Kind war etwas Spannendes dabei, auf alle Bedarfe wurde behutsam eingegangen. Neugierige, freudige Gesichter waren der Lohn. „Die ausgewählten Themen wurden kindgerecht erklärt und zugleich sehr geduldig und abwechslungsreich umgesetzt“, lobte Frau Verena Ronneberger, Erzieherin in der KITA Beutenberg, das vielfältige Mit-mach-Angebot für die Kinder. Die Nachwirkungen sind bereits jetzt schon deutlich: „Wann gehen wir da wieder hin? Das war so spannend! Solch einen Zaubertrank wollen wir uns im Kindergarten auch zubereiten!“, bestürmten die Kinder der KITA BiLLY ihre Erzieher. „Dank dieser wertvollen Impulse wird es in nächster Zeit bei uns vermehrt Experimente geben“, berichtet Frau Anke Mamat, Leiterin der KITA BiLLY.

Kontakt

Dr. Kerstin Wagner
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Tel.: 03641 65-6378, presse@leibniz-fli.de

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Hintergrund

Das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena ist das erste deutsche Forschungsinstitut, das sich seit 2004 der biomedizinischen Altersforschung widmet. Über 330 Mitarbeiter aus 30 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alternsprozessen und alternsbedingten Krankheiten. Näheres unter .

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.600 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,7 Milliarden Euro ().

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