Vom MP3-Player bis zum binauralen Hörgerät

Die Physik wächst an den Rändern: Während vor 20 Jahren Physiker, die sich mit neuronalen Systemen oder Sinnesorganen beschäftigten, eher zu den Außenseitern zählten, ist die Beschäftigung mit komplexen, nichtlinearen biologischen Systemen zu einem auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs attraktiven Feld geworden, das von der Interdisziplinarität und der Anwendungsbreite physikalischer Methoden lebt. Prof. Birger Kollmeier vom Exzellenzcluster „Hearing4all“, Universität Oldenburg, zeigt mit seinem Vortrag während der Saturday Morning Lecture in der Leibniz Universität Hannover die Verbindung zwischen der medizinischen und der physikalischen Sichtweise des Hörvorgangs.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Aktivitäten des Exzellenzclusters, das den Bogen von den biophysikalischen Grundlagen des gestörten Hörvorgangs bis zur klinischen Anwendung und zu Hör-Assistenz-Systemen im täglichen Leben spannt. Dabei konzentriert sich der Vortrag auf die modellbasierte periphere Kompensation der „Verzerrungswirkung“ und die binaurale (zweiohrige) Kompensation des sogenannten „Cocktail-Party-Effekts“. Anhand von Feldtests mit tragbaren Prototyp-Hörgeräten werden die neuen Verfahren erprobt, deren Ergebnisse auch akustisch demonstriert werden sollen. Die Arbeiten zum binauralen Hörgerät wurden kürzlich mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet.

Wann? Sonnabend, 8. Juni 2013, 11 Uhr

Wo? Leibniz Universität Hannover, Welfengarten 1, 30167 Hannover,
Großer Physiksaal e214

Web

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dipl.-Phys. Matthias Schlenk, Fakultät für Mathematik und Physik, unter Telefon 0511 762 2873 oder per E-Mail unter gern zur Verfügung.

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