Vom Hirndoping bis zur Architektur-Industrie

Am Neuro-Enhancement – umgangssprachlich "Hirndoping" – scheiden sich die Geister: Gegner warnen vor dem Missbrauch von Implantaten im Gehirn und der chemischen Beeinflussung des Hirnstoffwechsels. Befürworter sehen das Neuro-Enhancement dagegen als innovativen Durchbruch, der Kranken Hilfe verspricht und Lernleistungen steigert.

Wolfgang van den Daele, langjähriges Mitglied des Nationalen Ethikrats und ehemaliger WZB-Direktor, plädiert in der März-Ausgabe der "WZB-Mitteilungen" für eine offene ethische und politische Debatte über die Perspektiven des Neuro-Enhancement. Es gebe dabei keine triftigen Gründe, per Gesetz die Nutzung neuer technischer Möglichkeiten durch Neuro-Enhancement zu verhindern. Entscheidend sei aber, dass kein Zwang ausgeübt werde und Menschen nicht gegen ihren Willen manipuliert würden. Ansonsten solle der Bürger selbst für sich entscheiden.

Mit anderen Aspekten technischer, kultureller und gesellschaftlicher Innovation befassen sich weitere Beiträge der aktuellen WZB-Mitteilungen: Das Konzept der außeruniversitären Forschung in Deutschland wird kritisch hinterfragt, die Bedeutung nationaler Innovationssysteme analysiert. Die junge Architektur-Industrie von Santiago de Chile und das kreativitätsfördernde Potenzial städtischer Kulturen sind Themen der Beiträge über das Verhältnis von Kultur und wirtschaftlicher Dynamik.

Die WZB-Mitteilungen liefern aktuelle Berichte über Ergebnisse der WZB-Forschung. Sie erscheinen viermal im Jahr und können unentgeltlich abonniert werden.

Pressekontakt:
Andrea Lietz-Schneider, Referat Information und Kommunikation,
Tel.: (030) 25491-517
E-Mail: andrea.lietz@wzb.eu
(idw, 03/2010)

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