Voller Klischees – und doch ganz anders

(djd). Die Große Mauer, die sich über 6.000 Kilometer über Gipfel und Berge erstreckt, sieht man sogar aus dem Weltall. Der „Oriental Pearl Tower“ in Shanghai ist mit 486 Metern der dritthöchste Fernsehturm der Welt. China ist ein Land der Superlative. Doch wie sich der Alltag im Land des Roten Drachen gestaltet, bleibt den Touristen meist verborgen.

Englischunterricht im Reich der Mitte

Ganz anders erging es Johanna Dreßen, die sechs Monate im Reich der Mitte verbrachte. „China ist viel lustiger, bunter, aufregender, widersprüchlicher, anstrengender – aber vor allem viel normaler, als wir uns das in Deutschland vorstellen“, fasst sie ihre Erlebnisse zusammen. „Aber manche Klischees stimmen doch: Chinesen essen wirklich den ganzen Tag Reis und gönnen sich auch gerne mal als besondere Delikatesse Hund oder Eichhörnchen“, fügt die 20-Jährige lachend hinzu. Um sich ihren Asienaufenthalt zu finanzieren, arbeitete die junge Rheinländerin ein halbes Jahr als Englischlehrerin an einer Grundschule in der Provinz Guangdong im Rahmen eines „Teach & Travel“-Programms der Austauschorganisation Stepin. Im Vorfeld wurde sie über mehrere Wochen in Peking auf die Pädagogenrolle vorbereitet. Dabei erwarb sie das TEFL-Zertifikat, um überall auf der Welt Englisch als Fremdsprache unterrichten zu können. Mehr Informationen gibt es unter http://www.stepin.de im Internet.

Erfahrungen, die man nicht vergisst

Über 30 Unterrichtsstunden gab sie pro Woche und eroberte dabei schnell die Herzen der kleinen Chinesen. Denn die waren meist die einzigen, mit denen sie sich auf Englisch verständigen konnte: „Ohne Chinesisch wirst du in China wahlweise dumm angestarrt oder ausgelacht.“ In ihrer Freizeit bereiste die junge Deutsche das Land auf eigene Faust. Sie war auf der Chinesischen Mauer, besuchte die Terrakotta-Armee in Xi’an und feierte Silvester in Shanghai. Und sie erlebte magische Momente: „Auf einer 2.200 Kilometer langen Zugfahrt quer durch China schob mir nachts eine alte Frau stumm immer wieder eine Handvoll Kürbiskerne rüber und brachte mir bei, wie man mit der Zunge die Schale vom Kern trennt.“

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