Volkskrankheit „Trauma“ | 50. UUG-Vortrag über die Folgen körperlicher und seelischer Verletzungen

In Deutschland ziehen sich jedes Jahr mehr als acht Millionen Menschen körperliche Verletzungen zu, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen. Bei Menschen unter 45 Jahren ist Tod durch Trauma sogar die häufigste Todesursache. Oftmals nimmt auch die Psyche durch körperlich traumatische Ereignisse Schaden. Andere seelische Belastungen können durch Missbrauchserfahrungen in der Kindheit, Erlebnisse von Krieg, Flucht und Vertreibung oder den Verlust eines Familienangehörigen verursacht werden. „Wir wissen heute, dass Verletzungen des Körpers und der Psyche in engem Zusammenhang stehen und sich gegenseitig stark beeinflussen können“, erklären Professorin Anita Ignatius, Direktorin des Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik, und Professor Jörg Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie an der Uniklinik. „Und genau an dieser Schnittstelle besteht nach wie vor akuter Forschungsbedarf, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass es so viele Betroffene gibt“, so die Mediziner weiter.

Bereits seit mehreren Jahren wird an Uni und Uniklinik Ulm zu Prävention, Versorgung und Behandlung bis hin zur Rehabilitation von Traumaopfern geforscht, unter anderem in einem DFG-Sonderforschungsbereich. Seit Dezember 2015 bündeln Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten zudem ihre Kompetenzen im Zentrum für Traumaforschung. Beim 50. UUG-Vortrag am 14. Januar erläutern die Sprecher des Zentrums, Ignatius und Fegert, unter anderem, welchen drängenden Forschungsfragen in der transdisziplinären Forschungseinrichtung nachgegangen wird.

Die Veranstaltung ist Teil der UUG-Vortragsreihe „Wissen erleben“, bei der Ulmer Professoren ihre Forschung allgemeinverständlich vermitteln und einen Bezug zum Lebensalltag der Zuhörer herstellen. Im ersten Halbjahr finden fünf der insgesamt neun UUG-Vorträge des Uni-Jubiläumjahrs 2017 statt. Die beiden nächsten drehen sich um neuartige Batteriekonzepte (4. Februar) und darum, wie künstliche Diamanten in der Quantentechnologie eingesetzt werden (18. Februar). Die Veranstaltungsreihe (jeweils samstags, 11:00 Uhr) wird von der Sparkasse Ulm unterstützt, der Eintritt ist kostenlos.

Weitere Informationen: Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG), Tel.: 0731 /173 160, http://www.uug-ulm.de/wissen-erleben/

Terminübersicht (Jan./Feb. 2017)
Die Vorträge finden jeweils samstags um 11:00 Uhr in der neuen Kundenhalle der Sparkasse Ulm, Neue Straße 66, 89073 Ulm, statt. Der Eintritt ist kostenlos.

– Samstag, 14. Januar, um 11:00 Uhr
Volkskrankheit „Trauma“
Prof. Dr. Anita Ignatius (Direktorin des Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik, Universitätsklinikum Ulm) und
Prof. Dr. Jörg Fegert (Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm)

– Samstag, 4. Februar, 11:00 Uhr
Neuartige Batteriekonzepte für die Herausforderungen in der elektrochemischen Energiespeicherung
Prof. Dr. Axel Groß
Leiter des Instituts für Theoretische Chemie, Universität Ulm
Helmholtz-Institut Ulm (HIU) für elektrochemische Energiespeicherung

– Samstag, 18. Februar, 11:00 Uhr
Diamanten in der Quantentechnologie
Prof. Dr. Fedor Jelezko
Leiter des Instituts für Quantenoptik, Universität Ulm

Text: UUG / Marieke Behnel

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