Volksentscheid als Chance nutzen – Rauchverbote führen zu weniger Lungennotfällen

Seit der Lockerung des Nichtraucherschutzes im Jahr 2009 wird in vielen Kneipen und Restaurants, auch in unvollständig abgetrennten Bereichen, wieder geraucht – eine Regelung, die in anderen Ländern, die den Nichtraucherschutz bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingeführt haben, auf Unverständnis stößt. Denn die „Freiheit zu Rauchen“ beeinträchtigt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Gesundheit derjenigen, die passiv mitrauchen.

Aktives und Passives Rauchen schaden der Lunge

Kanadische Forscher haben im Mai diesen Jahres eine umfangreiche Studie zu den Auswirkungen des Rauchverbots auf Lungenerkrankungen vorgelegt. Sie untersuchten die Zahl der Klinikeinweisungen im kanadischen Toronto vor, während und nach der Einführung eines schrittweisen Rauchverbots. Wie schon in anderen Ländern gingen die Klinikeinweisungen deutlich zurück: 33 Prozent weniger Menschen wurden wegen akuter Probleme aufgrund von Asthma, COPD oder Bronchitis in eine Klinik eingewiesen. In zwei Vergleichsstädten Kanadas, in denen zunächst kein Nichtraucherschutz eingeführt wurde, blieb die Zahl der Einweisungen dagegen stabil.

Aktiver Nichtraucherschutz

Rauchfreie Restaurants sind für die öffentliche Gesundheit demnach besonders wichtig. Das zeigt die deutliche Abnahme der Einweisungszahlen in Kliniken in Toronto nach der Einführung des Verbots, in Restaurants zu rauchen. Doch gerade das Rauchen in Restaurants ist in Bayern nicht vollständig verboten, das Rauchen in Nebenräumen ist erlaubt. Der Qualm verteilt sich aber in allen Zimmern – einen echten Schutz für Nichtraucher gibt es derzeit nicht. „Nichtraucher, vor allem aber auch Menschen, die unter Asthma, COPD oder einer anderen chronischen Lungenerkrankung leiden, möchten in ein Restaurant oder Festzelt gehen, ohne Angst zu haben, dass ihnen die Luft noch mehr wegbleibt,“ erklärt Prof. Dr. Oliver Eickelberg, Leiter des Münchner Translationslationszentrums für Lungenforschung (Comprehensive Pneumology Center – CPC) und Vorstand der Stiftung Atemweg.

Geben Sie dem Nichtraucherschutz eine Chance

Sorgen Sie dafür, dass auch in Bayern der Nichtraucherschutz konsequent umgesetzt wird. Stimmen Sie am Sonntag, 4. Juli 2010 beim Volksentscheid für ein strengeres Rauchverbot mit „JA“ für mehr Nichtraucherschutz und für weniger Notfälle bei Menschen, die unter Asthma, COPD oder anderen Lungenerkrankungen leiden.
Weitere Informationen

Quelle der Studie: Canadian Medical Association, CMAJ, May 18, 2010, 182 (8)

Über das Comprehensive Pneumology Center: Unter dem Dach des Translationszentrums für Lungenforschung (Comprehensive Pneumology Center – CPC) untersucht das Helmholtz Zentrum München gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München, dem Klinikum der Universität München und den Asklepios Fachkliniken grundlegende Mechanismen und neue Ansätze zur Früherkennung, Diagnostik und Therapie chronischer Lungenerkrankungen.

Über die Stiftung AtemWeg: Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Lungenerkrankungen. Wir möchten helfen. Aus diesem Grund wurde die Stiftung AtemWeg errichtet. Wir klären über Lungenerkrankungen auf, wir helfen, dass sie erforscht und geheilt werden. Die Stiftung AtemWeg unterstützt eines der größten deutschen Lungenforschungszentren in Deutschland, das Comprehensive Pneumology Center (CPC) in München, wo Forscher und Ärzte Hand in Hand arbeiten.
Weitere Informationen unter <www.stiftung-atemweg.de>.

Kontakt: Kerstin v. Aretin
Stiftung AtemWeg
Max-Lebsche-Platz 31, 81377 München
Tel 089-3187-4665, E-Mail <info@atemweg-stiftung.de>, <www.atemweg-stiftung.de>.
(idw, 07/2010)

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