Vitamin D-Mangel: Erhöhte Sterblichkeit durch Studie bestätigt

Vitamin D-Mangel, DASH-Diät

Es ist ein Vitamin, von dem jeder schon einmal gehört hat, das allerdings in der täglichen Wahrnehmung gar keine Beachtung findet: Vitamin D, genauer Vitamin D3. Es ist eines dieser Vitamine, die der Körper nicht aus der Nahrung ziehen kann, sondern einzig mithilfe des Sonnenlichts herstellt. Doch wo jahrelang nicht großartig an dieses Vitamin gedacht, sondern geglaubt wurde, der Körper könne auch die Wintermonate ohne Sonnenlicht überbrücken, so ändert sich die Wahrnehmung nun: Studien ergeben, dass ein Mangel an Vitamin D die Sterblichkeit erhöhen kann, zudem gibt es eine ganze Reihe weiterer Problematiken, die sich mit dem Mangel in Verbindung bringen lassen können. 

Was sagt die Studie aus? 

Die vorgestellte Studie ist in vielen Beziehungen interessant und zeigt sehr deutlich, wie gefährlich ein Mangel werden kann: 

  • Erhöhte Sterblichkeit – ein dauerhafter (die Patienten wurden im Schnitt über zehn Jahre begleitet) Mangel, erhöht die Sterblichkeitsgefahr von Personen im Alter von 40 bis 60 Jahren signifikant. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel erhöht das Sterberisiko um bis zu 33 Prozent. 
  • Verringerung der Sterblichkeit – hatten Probanden jedoch einen hohen D-Spiegel im Blut, so verringerte sich die Gefahr der vorzeitigen Mortalität ebenso deutlich. 
  • Kein Einfluss – allgemein kam die Studie jedoch auch zu dem Schluss, dass circa ab dem 75. Lebensjahr Vitamin D keinen Einfluss auf die Lebensdauer hat. 
  • Gefährdung – gerade Personen, die unter Diabetes leiden, reagieren massiv auf einen Mangel. So kann schon ein Vitamin D-Spiegel von bis 50 nmol/l dazu führen, dass die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu sterben, um ein 4,4-faches höher liegt, als bei der Testgruppe, deren Spiegel deutlich höher lag. 

Entgegen vieler anderen Mangelerscheinungen und Gesundheitsgefahren, trifft die erhöhte Gefahr des Vitamin D-Mangels überwiegend Personen im jungen und mittleren Alter. Allerdings sollte nicht nur die Mortalität betrachtet werden, denn ein Vitamin D-Mangel kann sich hinter vielen Anzeichen und Symptomen verbergen, diese hervorrufen und verstärken, bevor er gefährlich wird: 

  • Müdigkeit/Abgeschlagenheit – häufig auch als Winterdepression bezeichnet: Vielfach verbirgt sich hinter der Missstimmung tatsächlich ein niedriger Vitamin D-Spiegel.
  • Körpereigene Prozesse – Knochensubstanz, die Widerstandsfähigkeit der Zähne, Haut, Haare, Nägel – Vitamin D unterstützt den Körper in vielfacher Weise, sodass sich ein Mangel aufzeigen kann. 

Wichtig ist zu wissen, dass ein Vitamin D-Mangel auch in Abhängigkeit mit Medikamenten entstehen kann. Lithiumcarbonat, aber auch gängige Schilddrüsenmedikamente sind dafür bekannt, sich auf den D-Spiegel auszuwirken. 

Wie lässt sich der Vitamin D-Speicher füllen?

Die herkömmliche Annahme, dass es ausreiche, sich draußen aufzuhalten, wurde von Expertenseite längst widerlegt. Das ist möglich, allerdings nur, wenn der Spiegel völlig in Ordnung ist und die äußeren Bedingungen stimmen. Da der Körper ausschließlich Sonnenlicht umwandeln kann, wenn es auf die Haut trifft, wäre im Regelfall ein ausgiebiges Sonnenbad ohne Bekleidung notwendig – das gesamte Jahr über. Daher gilt: 

  • Spiegel messen – bevor an eine Substitution gedacht wird, sollte der tatsächliche Vitamin D-Spiegel gemessen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen (Einnahme einiger Medikamente, Symptome) wird der Labortest von der Krankenkasse übernommen, anderenfalls muss die Untersuchung selbst bezahlt werden. 
  • Präparate – bei einem echten Mangel helfen zuerst nur Präparate. Auch sie werden einzig über das grüne Rezept, also an Selbstzahler herausgegeben. Wichtig ist, sich mit dem Arzt abzusprechen. Die Präparate aus den Drogerien sind zum Auffüllen des Speichers nicht geeignet, zumindest nicht bei Befolgung der Anleitung. Eine Depottablette von 1.200 i.E. einmal wöchentlich kann den Spiegel nicht auffüllen. 
  • Verhalten – frische Luft und Tageslicht sind dennoch wichtig. Es gibt Gründe, warum Menschen, deren Arbeitstag fast ausschließlich im Freien stattfindet, kaum Mangelerscheinungen haben. Schon ein einstündiger Spaziergang am Tag kann bei einem geringen Mangel helfen. Zumindest hilft er, einen soliden Spiegel zu erhalten. 

Bevor von selbst substituiert wird, sollte unbedingt der Spiegel abgeklärt werden. Sicherlich ist die Überdosierung von Vitamin D3 nicht tödlich, trotzdem aber überaus schädlich. Da viele Symptome sogleich einen Mangel darstellen, aber auch eine Krankheit beschreiben können, ist der Check ohnehin sinnvoll. 

Was ist der optimale Vitamin D-Spiegel?

Grundsätzlich sind sich Experten nicht einig. Zudem darf der Vitamin-D-Spiegel nicht mit der Erhaltungsdosis verwechselt werden. Aktuell darf gemutmaßt werden, dass: 

  • Spiegel – der Vitamin-D-Spiegel im Blut sollte die 50 nmol/l nicht unterschreiten. Einige Labore geben in ihren Testergebnissen bereits einen Referenzwert von 60 nmol/l an. 
  • Tagesdosis – das ist die sogenannte Erhaltungsdosis. Diese Dosis stellt sicher, dass der Spiegel allgemein nicht absinkt. Aktuell wird ein Wert von 800 i.E. (20 µg) am Tag empfohlen. Hierbei geht es allerdings nicht um die Empfehlung für eine Nahrungsergänzung, sondern um die generelle Aufnahme. Dies kann auch die Nahrung sowie Sonnenbäder mit einschließen.
  • Mangelbehebung – ist erst ein Mangel vorhanden, muss der Speicher neu aufgefüllt werden. Dies kann durchaus bedeuten, dass zuerst 20.000 i.E. alle zwei Tage angeraten werden und die Einnahmezeiten sich nach und nach verzögern. Andere Ärzte empfehlen zu der Zeit auch 50.000 i.E. in festen Abständen. 

Wer glaubt, einen Mangel zu haben, der sollte unbedingt seinen Arzt aufsuchen und den Spiegel bestimmen zu lassen. Gemeinsam mit dem Arzt lässt sich nun der Weg beschreiben. Ob die Mittel schließlich online bestellt oder in der örtlichen Apotheke gekauft werden, ist letztlich unerheblich. Vitamin D-Präparate gibt es ohnehin nur in den seltensten Fällen auf Rezept. 

Fazit – den Mangel nicht unterschätzen

Vielleicht ist es ein Nachteil, dass sich der Vitamin D-Mangel nicht wie andere Mangelerscheinungen erkenntlich macht. Die Muskeln krampfen nicht, die Knochen brechen nicht – zumindest nicht zu Anfang. Dennoch ist ein solcher Mangel gefährlich, da er die Sterblichkeit deutlich hinaufsetzen kann. Wer zu den Risikogruppen gehört oder spezielle Medikamente nimmt, der sollte unbedingt regelmäßig den Check durchführen lassen. Aber auch so ist es sinnvoll, einmal jährlich den Spiegel bestimmen zu lassen. Ein Mangel lässt sich recht gut nebenbei ausgleichen, je nach Präparat bedeutet das nicht einmal eine Kapsel am Tag. Auf Dauer zeichnet sich diese Vorsorge immens aus, denn wer möchte schon an Knochensubstanz einbüßen oder täglich müde sein? 

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