Virtuell, dreidimensional und ganz schön historisch

(djd). Computerspiele in 3-D lassen die Zuschauer in real anmutende virtuelle Welten eintauchen. Kinofilme in 3-D lassen Schauspieler aussehen, als wären sie zum Anfassen. Aber eine mittelalterliche Stadt ohne Blasen an den Füßen erleben? Auch das geht in 3-D. Unter http://www.myinfo.de/Hall ist zum Beispiel die österreichische Stadt Hall in Tirol zu sehen. Die Markt- und Handelsstadt, die mit der Salzgewinnung im Spätmittelalter reich wurde, zeigt sich hier von ihrer besten Seite. Garantiert unabhängig von Wetter und Jahreszeit kann man virtuell durch die Stadt mit ihrer Burganlage flanieren.

Der Film zu den Geodaten

Was bisher nur dreidimensional für Rad- und Wanderwege möglich war, hält jetzt auch Einzug in den ersten virtuellen Stadtführer in 3-D: Einfach die Geodaten am PC ablaufen, mal vorwärts und mal rückwärts durch den Ort gehen. Dabei bekommt man auf seinem Bildschirm nicht nur den optischen Eindruck, sondern an besonders interessanten Punkten entlang der Route auch Informationen vermittelt. Die Salzburger Firma GPixS 360 hat dazu eine Software entwickelt, die dreidimensionale Videobilder mit GPS-Technik verknüpft. Am Anfang stand also für den Softwareentwickler die filmische Erfassung der Bauwerke.

Zwei Klicks, zwei Routen

Der Besucher kann sich – als wäre er vor Ort – entscheiden, ob er lieber die hübsche Altstadt oder die Mauern und die Burg Hasegg genauer kennenlernen möchte: Mit einem 360-Grad-Rundgang kann er die Burg Hasegg mit ihrem Münzerturm als eines der vielen sehenswerten Bauwerke bestaunen oder den Oberen Stadtplatz mit der gotischen Pfarrkirche in allen filmischen Details erleben.

Wer ins Detail gehen mag, kann in kurzen Videoeinspielern zum Beispiel mehr über die Zeit der Münzprägung erfahren – auf Deutsch, Englisch oder Italienisch. So wird das internationale Publikum genauso angesprochen wie die traditionellen Tirol-Urlauber aus Deutschland und Italien. Der regionale Tourismusverband Hall-Wattens setzt darauf, dass diese virtuelle Stadtführung für interessierte Touristen gleich zweimal verwendbar ist: als Urlaubsvorbereitung und später beim Illustrieren der Urlaubserlebnisse. Vielleicht eine gute Alternative, wenn zum Zeitpunkt der Reise die Postkartenmotive im Nieselregen standen. Denn im Internet zeigt sich Hall natürlich nur von der sonnigsten Seite. Da geht man virtuell gerne noch mal hin und her.

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