Vier JGU-Nachwuchswissenschaftler treffen Nobelpreisträger in Lindau

Zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen und zwei Nachwuchswissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben eine Einladung zu der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau erhalten. Das 65. Lindau Nobel Laureate Meeting findet vom 28. Juni bis zum 3. Juli 2015 mit der Rekordanzahl von 65 Nobelpreisträgern statt. Im Zentrum der jährlich stattfindenden Veranstaltung stehen die Begegnungen zwischen den Nobelpreisträgern und dem führenden wissenschaftlichen Nachwuchs aus aller Welt und der wissenschaftliche Dialog. Das Auswahlgremium der Organisatoren hat hierzu über 650 herausragende Studierende, Doktoranden und Postdocs aus den Disziplinen Medizin & Physiologie, Physik und Chemie ausgewählt, die aus 88 Ländern nach Lindau an den Bodensee kommen werden.

Die ausgewählten jungen Teilnehmer erwartet ein sechstägiges Programm mit zahlreichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Als besondere Chance sehen viele die Gelegenheit, ihre eigene Forschungsarbeit in einer der Master Classes vorzustellen. Austausch, Vernetzung und Inspiration bilden seit der Gründung der Tagungen im Jahr 1951 ihren Kern. Die vier Teilnehmer aus Mainz freuen sich auf Gespräche mit Fachkollegen aus der Medizin, der Kernphysik und Pharmazie, aber auch auf den fachübergreifenden Austausch.

Thomas Böse ist am Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Mainz tätig und befasst sich mit der Anwendung von bioverfahrenstechnischen Methoden zur Entwicklung neuer Biomaterial-basierter Therapieansätze im Bereich des Tissue Engineering von Knochengewebe. „Ich freue mich vor allem darauf, bei dem Treffen andere Wissenschaftler mit ähnlicher interdisziplinärer Mentalität kennenzulernen und bei diversen Veranstaltungen sozusagen über den Tellerrand zu schauen“, teilt Thomas Böse zu seiner Einladung nach Lindau mit. Von der Anwesenheit der Nobelpreisträger erwartet er zudem eine inspirierende und motivierende Atmosphäre.

Vera Gülpers beschäftigt sich in ihrer Promotion am Institut für Kernphysik mit theoretischen Berechnungen zur starken Wechselwirkung, der Kraft, die beispielsweise dafür zuständig ist, dass Atomkerne zusammenhalten. Im Bereich niedriger Energien sind solche Berechnungen nur mithilfe numerischer Methoden und Supercomputer machbar. Dies ermöglicht beispielsweise eine theoretische Bestimmung der Struktur von Nukleonen – den Teilchen, aus denen Atomkerne aufgebaut sind. „Es ist großartig, an diesem Meeting teilnehmen zu dürfen. Man bekommt schließlich nicht jeden Tag die Gelegenheit, Nobelpreisträger zu treffen. Des Weiteren freue ich mich besonders darauf, mich auch mit jungen Wissenschaftlern anderer Fachgebiete auszutauschen“, sagt Vera Gülpers zu dem bevorstehenden Treffen.

Dr. Miha Mihovilovic arbeitet als Postdoc am Institut für Kernphysik und befasst sich hier vor allem mit Strukturstudien von leichten Atomkernen. So hat Wasserstoff in den vergangenen Jahren großes Interesse auf sich gezogen, weil die derzeit besten Messungen seines Kernradius nicht miteinander übereinstimmen. Die Diskrepanz wird heftig diskutiert, weil sie nicht auf experimentelle Fehler zurückzuführen ist und daher unser Verständnis der grundlegenden physikalischen Gesetze in Frage stellt. „Das Lindauer Treffen stellt eine einzigartige Gelegenheit dar, außerordentliche Persönlichkeiten zu treffen, die es mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Leidenschaft für die Forschung geschafft haben, die besten auf ihrem Gebiet zu werden“, sagt Miha Mihovilovic. Außerdem biete das Treffen die Chance, Kollegen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen kennenzulernen, Ideen auszutauschen, den Horizont zu erweitern und neue Gedanken zu entwickeln.

Ira Schmid befasst sich in ihrer Doktorarbeit am Institut für Pharmazie und Biochemie mit der Entwicklung von Nanomaterialien mit enzymähnlichen Eigenschaften, die neue Möglichkeiten bei der Krebstherapie eröffnen sollen. „Da ich selbst an einem sehr interdisziplinären Thema an der Schnittschnelle von Chemie, Pharmazie, Biologie und Medizin arbeite, erhoffe ich mir durch das Meeting in Lindau neue Ideen und Impulse für meine eigene Arbeit“, so die Doktorandin. Die Begegnungen mit Wissenschaftlern aus anderen Ländern sowie mit den Nobelpreisträgern bieten nach Einschätzung von Ira Schmid die Möglichkeit, ein faszinierendes Wissenschaftsnetzwerk aufzubauen.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Concettina Sfienti
Institut für Kernphysik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
55099 Mainz
Tel. + 49 6131 39-25841
Fax + 49 6131 39-20850
E-Mail: sfienti@uni-mainz.de
http://www.kph.uni-mainz.de/eng/sfienti.php

Jun.-Prof. Dr. Peter R. Wich
Institut für Pharmazie und Biochemie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25727
Fax +49 6131 39-25670
E-Mail: wich@uni-mainz.de
http://wichlab.com/

Weitere Links:
http://www.lindau-nobel.org/
https://www.gutenberg-akademie.uni-mainz.de/dipl-chem-ira-schmid/ (Ira Schmid)
http://www.kph.uni-mainz.de/personen.php?uid=1325 (Vera Gülpers)

Scroll to Top