Vielfältig: die Gründerlandschaft am KIT

Unter den 18 Ausgründungen sind vier Spin-offs und 14 Start-ups. Spin-offs sind Unternehmen, die direkt auf Technologien, Produkten oder Verfahren aus der Wissenschaft aufbauen, diese weiterentwickeln und vermarkten. Start-ups gehen auf neue, kreative Ideen von Studierenden zurück und versprechen großes Marktpotenzial. Im Unterschied zu Spin-offs haben sie keinen Bezug zu geschütztem KIT-Know-how. Die Einfälle für Start-ups reichten 2012 von einer „Sicherheitsröhre“ für Wassersportler, die sich wie eine Rettungsweste aufbläst, über einen Veranstaltungskalender und ein Portal für Modekataloge als Smartphone-Applikationen (Apps) bis hin zu maßgeschneiderten Anzügen, einem Energieversorger-Wechsel-Service und einem Dienstleistungsangebot zum Einsatz und Betrieb von Elektrofahrzeugen im Personen- und Warentransport. Die neugegründeten Spin-offs bieten beispielsweise spezielle Ruß- und Feinstaubabscheider für Heizkessel und Kaminöfen oder biologische Transportmoleküle, die Nukleinsäuren wie die DNA ins Zellinnere schleusen.

Flexlog: eine dezentrale Förderanlage
Die Flexlog GmbH ist eines der vier 2012 gegründeten Spin-offs des KIT. Das Unternehmen hat den am Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme entwickelten „Flexförderer“ auf den Markt gebracht: ein dezentrales Fördersystem, dessen baugleiche, quadratische Module sich wie Legosteine beliebig zusammenstecken lassen. Jedes Modul ist mit einer Recheneinheit ausgestattet, die etwa so groß und leistungsfähig ist wie ein Smartphone und die erkennt, in welche Richtung die beförderte Ware weiterzutransportieren ist. „Der Flexförderer funktioniert nach dem Plug&Play-Prinzip: Einheiten aneinanderkoppeln, Strom anschalten und schon kann es losgehen“, so der Gründer Dr. Thomas Stoll, der die Entwicklung des Flexförderers von Anfang an begleitet hat. Eine zentrale Steuerung braucht es nicht, da die Module untereinander vernetzt sind. „Zudem dauert es nur wenige Sekunden, die Förderstrecke umzubauen oder beschädigte Module auszutauschen“, sagt Mitbegründer Dr. Thomas Rummert. „In dieser Zeit sucht sich das Fördersystem automatisch eine Alternativroute, so dass der Warenfluss nicht ins Stocken kommt.“

Reposito: Online-Archiv für Kassenzettel
Die Waschmaschine pumpt nicht mehr, die Garantie läuft noch, doch der Kassenbeleg ist nirgendwo zu finden? Eine Lösung bietet der kostenlose Online-Dienst Reposito: Er digitalisiert Kassenzettel, Garantiescheine oder vergleichbare Dokumente, sammelt, archiviert und verwaltet sie. Derzeit ist Reposito als Smartphone-App für das iPhone und Android-Telefone sowie direkt über das Internet verfügbar. „Nutzer können Kassenzettel und Barcode per Kamera, Scanner oder Webcam elektronisch erfassen und schon stehen alle relevanten Produktinformationen zur Verfügung“, sagt Adrian Runte, der das Start-up im April 2011 gründete. Über die App erfolgt dann automatisch der Abgleich zwischen Smartphone und Online-Archiv. Eingestellte Belege sind von jedem internetfähigen Endgerät aus abrufbar und können als rechtsgültige Kopien für gesetzliche Gewährleistung oder Händlergarantien genutzt werden. Gleichzeitig informiert Reposito über Garantiefristen und Rückrufaktionen.

Admedes Schuessler: Stents aus Nitinol
Die Admedes Schuessler GmbH entstand bereits 1996 als Spin-off des ehemaligen Forschungszentrums Karlsruhe, heute KIT. Der promovierte Diplom-Ingenieur und Firmengründer Andreas Schüßler arbeitete damals an neuen Verfahren zur Laser-Strukturierung von Metallen und entwickelte erste Lasermikrotechniken zum Schneiden und Fügen von Nitinol. Da die Nickel-Titan-Legierung elastisch und biologisch verträglich ist, eignet sie sich für den Einsatz in der Medizintechnik. Außerdem hat sie ein Formgedächtnis: Objekte aus Nitinol nehmen trotz starker Verformungen immer wieder ihre Ursprungsform an. Admedes Schuessler hat sich auf die Produktion von Gefäßimplantaten aus Nitinol spezialisiert: Stents, kleine Gitter in Röhrchenform, dienen dazu, verengte Hohlorgane wie Beinarterien oder Herzkranzgefäße aufzudehnen und offen zu halten. „Innerhalb von 15 Jahren haben wir uns zum weltweit führenden Kompletthersteller von Nitinol-Stents entwickelt“, sagt Schüßler. Die jährliche Produktion des Unternehmens liegt bei über 400.000 Implantaten am Hauptsitz Pforzheim.

Gründen am KIT
Gründungsinteressierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am KIT berät und unterstützt die Dienstleistungseinheit Innovationsmanagement (IMA) bei der marktorientierten Weiterentwicklung ihrer Forschungsergebnisse und Geschäftsideen: von der Sicherung der Rechte, über Kooperations- und Lizenzvereinbarungen bis hin zur Unternehmensgründung und der Beteiligung des KIT am Unternehmen. Für Studierende ist das Center für Entrepreneurship (CfE) Anlaufstelle. Das Angebot des CfE reicht von Beratung, über Konzeptentwicklung und Vermittlung zwischen Gründungsinteressierten und Mitgründern oder Investoren, bis hin zu Bereitstellung von Infrastruktur und Finanzierung.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungs-zentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

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Lilith Paul
Volontärin
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