Vibrationen für zu Hause

(djd). Obwohl eine Geburt die natürlichste Sache der Welt ist, beginnt damit für manche Kinder ein schwerer Leidensweg. Unvorhersehbare Komplikationen können etwa einen Sauerstoffmangel im Gehirn des Säuglings hervorrufen. Schwere Behinderungen, sogenannte Zerebralparesen, stellen Eltern und Therapeuten vor die schwere Aufgabe, die betroffenen Kinder bereits im Babyalter angemessen zu therapieren. Einen vielversprechenden Lösungsansatz greift etwa das Zentrum für Kinder- und Jugendrehabilitation der Universitätsklinik Köln auf. Das dort bereits seit fünf Jahren erfolgreich praktizierte Behandlungskonzept „Auf die Beine“ bietet betroffenen Familien die Chance, neuartige Therapiemöglichkeiten über einen längeren Zeitraum stationär und im häuslichen Umfeld zu nutzen.

Intensive Förderung möglich

Neben der engmaschigen Betreuung der Familien durch das Team um Professor Eckhard Schönau spielt auch der Geh- und Stehtrainer Galileo – eine spezielle Vibrationsplattform für behinderte Kinder – eine zentrale Rolle. Allgemeine Informationen zur Therapie und einen Standortfinder gibt es unter http://www.galileo-training.com im Internet. Das Gerät hilft den kleinen Patienten, ihre Muskulatur zu trainieren und Bewegungsabläufe zu verinnerlichen. „Wir gehen das Training wie bei Sportlern an und gehen mit den Kindern an die Grenzen. Nur so können wir Fortschritte feststellen“, sagt Professor Schönau. Die Erfahrung des Kölner Experten zeigt, dass behinderte Kinder eine sehr intensive Förderung brauchen, um einfache Dinge wie Sitzen oder Stehen zu erlernen.

Trainingsgerät zum Mitnehmen

Das Besondere am neuen Training: Im Rahmen des Kölner Therapiekonzepts nehmen die Teilnehmer einen Vibrationstrainer mit nach Hause, um dort in gewohnter Umgebung täglich zu trainieren. Auch Kinder mit anderen Erkrankungen des Bewegungsapparats können von dem einfachen Vibrationstraining profitieren. Hierzu zählen Erkrankungen wie der offene Rücken (Spina bifida), verschiedene Formen der Muskelschwäche (Hypotonie) oder auch erblich bedingte Erkrankungen wie beispielsweise die Spinale Muskelatrophie (SMA).

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