Versorgungsforscher & Hochschullehrende verfassen ihre Erwartungen an die kommende Legislaturperiode

Bereits im Juni hatte das DNVF e.V. einen 11-Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog formuliert, um das Potenzial der Versorgungsforschung zu nutzen und die Qualität zu sichern. Drängend sieht das Netzwerk die Aufgabe, Versorgungsziele zu definieren, um – darauf aufbauend – Forschungsförderung zu planen. Notwendig ist die Transparenz über alle geförderten Projekte sowohl in der Wissenschaft, Praxis, aber auch – laienverständlich – für die Bürgerinnen und Bürger. Um mehr Ergebnisse „auf die Strecke“, d.h. in die Versorgung zu bringen, sei es notwendig, die Ergebnisse gemeinsam mit Praxis, Leistungserbringern und –empfängern zu diskutieren und gemeinsam die Erkenntnis zu generieren.
Grundvoraussetzung für eine in diesem Sinne gelingende Verbindung von Versorgungsforschung und Praxis ist auf Dauer die Etablierung einer soliden wissenschaftlichen Ausbildung der verschiedenen Gesundheitsprofessionen (Mediziner, Pflegekräfte etc.) im Bereich der Versorgungsforschung an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen. Aus diesem Grund haben die die Gruppe der der Hochschullehrer/innen im DNVF ein 7-Punkte-Programm zur Verbesserung der Lehre in der Versorgungsforschung konsentiert.
Das 7 Punkte-Programm für die Hochschullehre stellten Prof. Pfaff und Prof.‘in Ernstmann in einer Session des 16. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung in Berlin vor:
1. Einrichtung weiterer eigenständiger und interdisziplinär ausgerichteter Lehrstühle und Professuren für Versorgungsforschung im Gesundheitswesen an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen mit dem Ziel, spezifische Theorien und Methoden der Versorgungsforschung zu entwickeln und umzusetzen.
2. Einrichtung weiterer eigenständiger Institute bzw. Zentren der Versorgungsforschung an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen, um zentrale Leistungen im Bereich der Versorgungsforschung zu erbringen und dabei mit klinischen und nichtklinischen Fächern zu kooperieren, wie dies bereits an einzelnen Standorten erfolgreich praktiziert wird.
3. Einrichtung von eigenständigen Bachelor- und Masterstudiengängen in Versorgungsforschung und Versorgungswissenschaft mit einem Kern-Curriculum als Orientierungsrahmen.
4. Verankerung der Vermittlung der Grundlagen der Versorgungsforschung in der bundesweiten Medizinerausbildung (z.B. als eigenständiges Querschnittsfach) und in den Studiengängen anderer Gesundheitsprofessionen.
5. Systematische Förderung unabhängiger Forschung zur Entwicklung, Pilotierung und Implementierung von Innovationen in der Gesundheitsversorgung sowie zur Deimplementierung ungeeigneter Maßnahmen.
6. Ausbau der Strukturförderung der Versorgungsforschung an den Medizinischen Fakultäten, Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen durch das BMBF.
7. Etablierung oder Förderung einer Nationalen Koordinierungsstelle/Clearingstelle für Versorgungsforschung, die u.a. die Aufgaben hat, ein zentrales Studienregister zu führen, Konsentierungsprozesse und Transfer-Konferenzen/-Workshops zu moderieren und Expertengruppen zu koordinieren.
Die Gruppe der Hochschullehrenden im DNVF e.V. wird sich weiterhin mit der Fachentwicklung Versorgungsforschung beschäftigen und Prof. Pfaff lud am Ende der Sitzung alle in der Versorgungsforschungslehrende, die sich in der Gruppe engagieren möchten, ein, sich an die DNVF-Geschäftsstelle (dnvf@uk-koeln.de) zu wenden, um die Diskussionen fortzuführen.

Kontakt:
Geschäftsstelle DNVF
c/o IMVR
Eupener Str. 129
50933 Köln

Fon +49(0)221-478-97111
Fax +49(0)221-478-1497111

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