Versorgung trotz steigender Patientenzahlen sichern

Die Lage ist prekär: Mit steigendem Lebensalter der Bevölkerung wächst der medizinische Versorgungsbedarf, während gleichzeitig die Zahl der insgesamt vorhandenen Arztstunden weiter sinkt. Disziplinen wie die Urologie, die zu einem großen Teil altersassoziierte Erkrankungen behandelt, erwartet eine besonders hohe Versorgungslast. Bis zum Jahr 2025 prognostiziert das Zentralinstitut (ZI) für die Kassenärztliche Versorgung einen Mehrbedarf an Urologen vor allem in Ostdeutschland von bis zu 18 Prozent – mehr als in allen anderen Facharztgruppen. „Steigende Zahlen von Tumorerkrankungen, Harninkontinenz, erektiler Dysfunktion, Steinbildungen und gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) werden nicht nur zu mehr Patienten in der Urologie führen, sondern auch zu einem Bedarf an intelligenten Strategien, wie wir unseren Patienten, auch unter Aspekten begrenzter ökonomischer und personeller Ressourcen medizinisch und ethisch angemessen, gerecht werden können“, sagt DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Jan Fichtner. Zahlreiche der mehr als 100 Einzelveranstaltungen der DGU-Jahrestagung werden sich dem demografischen Wandel und seinen Auswirkungen in der Urologie widmen. „Konkret gehen wir bis 2020 von einer 20 bis 30-prozentigen Steigerung der Zahl der uro-onkologischen Neuerkrankungen von Niere, Blase und Prostata aus, für die benignen Erkrankungen BPH und Inkontinenz liegen die projizierten Zahlen im gleichen Rahmen. Schon heute sind ca. 40 Prozent der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner inkontinent, bei den bettlägerigen Heimpatienten sind es sogar 80 Prozent“, so der Chefarzt der Klinik für Urologie am Johanniter Krankenhaus Oberhausen.

Strategien für eine Urologie unter demografischem Wandel will die DGU, gemeinsam mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU), unabhängig von der Politik pro-aktiv entwickeln. Prof. Fichtner: „Es gilt, den steigenden Patientenzahlen durch eine langfristige Gesamtstrategie zu begegnen – beginnend mit der Prävention, die wir seit 2011 fördern, der Stärkung der Eigenverantwortung und Solidarität, einer altersgerechten Indikationsstellung operativer und medikamentöser Maßnahmen sowie einer engen Vernetzung ambulanter und stationärer Therapien mit optimalem Entlassungsmanagement. Indikationen zu Katheterversorgungen bei Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern etwa müssen eng gestellt und urologisch überprüft werden, um weitere Immobilisierungen der Menschen zu minimieren.“

Auf dem 66. DGU-Kongress, der traditionell praxisrelevante Fortbildung auf höchstem Niveau und den Austausch klinischer und grundlagenwissenschaftlicher Forschung in allen Kerngebieten der Urologie umfasst, werden deshalb auch vermeintliche Randthemen wie Palliativmedizin, Sexualität im Alter, geriatrische Urologie und Supportivmedizin diskutiert.
In bewährter Form finden im Rahmen der Jahrestagung ein Pflegekongress für die urologischen Assistenz- und Pflegeberufe sowie ein berufspolitisches Forum von DGU und BDU statt. Auf der begleitenden Industrieausstellung werden rund 180 Unternehmen auf mehr als 4000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vertreten sein. Die Nachwuchsförderung für urologische Assistenzärzte und –ärztinnen wird in Düsseldorf ebenso wie das Schülerprojekt „Werde Urologe/Urologin für einen Tag“ fortgesetzt. Auf dem obligatorischen Patientenforum stehen die Urologen einer breiten Öffentlichkeit Rede und Antwort zu Fragen der Sexualität im Alter. Der sogenannte Kongresslauf dient bereits zum dritten Mal einem guten Zweck und wird die urologische Versorgung in Ghana unterstützen. Das komplette Programm ist ab dem 1. Juli auf der Kongress-App „DGU 2014“ verfügbar und wird mittels neuer Medien und Veranstaltungen mit TED- und iPad-Formaten deutlich verjüngt und interaktiv präsentiert.

Mehr Nachhaltigkeit, unter anderem dank papierloser Registrierung, Kongress-Taschen aus Recycling-Material und der Weitergabe überschüssiger Lebensmittel an die Düsseldorfer Tafel, steht ebenfalls neu auf der Agenda des 66. DGU-Kongresses.

DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch lädt die Vertreter von Fach- und Publikumspresse herzlich nach Düsseldorf ein. „Das Pressegespräch am 1. Oktober, 11 bis 12 Uhr, die Pressekonferenz am 2. Oktober, 12 bis 14.30 Uhr sowie unsere neuen Öffentlichkeitsforen bieten zahlreiche interessante Themen mitten aus der Gesellschaft“, sagt die Münsteraner Urologin und verweist auf den „Medienpreis Urologie 2014“, der in diesem Jahr erstmals vergeben wird und mit 2500 Euro dotiert ist.

Weitere Informationen:
DGU/BDU-Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 – 79 14 05 60
Mobil: 0170 – 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de
Internet: www.urologenportal.de
www.dgu-kongress.de

Scroll to Top
Scroll to Top