Sicherheitscheck bei Versandapotheken: Kleiner Klick, große Wirkung

In Deutschland besteht seit Anfang 2004 für jede Präsenzapotheke vor Ort die Möglichkeit, zusätzlich als Versandapotheke tätig zu werden. Durch die steigende Attraktivität des Internets und des Online-Versandhandels überhaupt, sind Online-Apotheken aus dem Dienstleistungssektor derzeit nicht mehr wegzudenken. Damit Verbraucher im Internet geschützt sind, hat der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) in Lichtenau-Hakenberg bereits 2005 ein schwarz-rotes Gütesiegel für seine Mitgliedsapotheken, die im Versandhandel aktiv sind, herausgebracht. Damit sollte im wachsenden Online-Apotheken-Markt den Kunden eine Orientierungshilfe für die Arzneimittel-Bestellung gegeben werden. Es gibt jedoch noch weitere Aspekte in der Sicherheit dieses im Internet aufstrebenden Dienstleistungszweiges.

OTC-Segments-Steigerung durch starken Versandhandel

Gemäß Daten des amerikanischen Dienstleisters IMS HEALTH, vom Herbst 2012, erreichte der Versandapothekenmarkt in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres einen Umsatz von rund 1.021 Millionen Euro. An Hand der einzelnen Datenpositionen wird deutlich, dass der Versandhandel die treibende Kraft für das Wachstum im Umsatz der sogenannten OTC-Produkte darstellt. OTC beschreibt mit der Abkürzung „over the counter“ Produkte, die einfach so „über den Ladentisch“ oder durch die Bestellung gehen, also keiner Rezeptpflicht und ärztlicher Verschreibung bedürfen. Im OTC-Markt lag der Versandhandel an sich mit 11 bis 12 Prozent in den letzten beiden Jahren stabil und unterlag keinerlei Schwankungen.

Das OTC-Segment bildete bei der Auswertung von IMS HEALTH die größte Position mit rund 58 Prozent bzw. 590.816 Euro des Umsatzes. Die restlichen 42 Prozent teilten sich in die Segmente der rezeptpflichtigen Arzneien mit 246.506 Euro, Kosmetik und Körperpflege mit 108.094 Euro, medizinischer Fachbedarf mit 51.340 Euro und Ernährung mit 23.890 Euro auf. Der Apotheken-Versandhandel hat sich somit komplett als absatzstarker Dienstleister in die bestehende Apothekenlandschaft Deutschlands erfolgreich integriert.

Erhöhte Wachsamkeit im Online-Kauf

Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken warnt auch aktuell vor dubiosen Anbietern im Online-Verkauf. Als besondere Risiken nennt er fehlende oder falsche Wirkstoffe. Auch wurden zu hohe oder zu niedrige Dosierungen eines oder mehrerer Wirkstoffe aufgedeckt. Fälschung von Produkten, in denen Wirkstoffe nicht deklariert wurden und die Arzneimittel krimineller Weise als „rein pflanzlich“ bezeichnet wurden, sind weiterhin im Online-Geschäft zu beklagen. Solche Vorkommnisse gefährden die Gesundheit und im schlimmsten Fall sogar das Leben. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es Möglichkeiten zu einer Online-Rezepterstellung gibt. Ein Rezept kann nur ein Arzt vor Ort ausstellen. Eine Rezepterstellung online tätigen zu lassen ist gesetzesmäßig unzulässig. Außerdem können Beratungsempfehlungen über Internetforen oder Recherche keine persönliche Beratung einer fachkundigen Apotheke ersetzen. Zur Beratung von Kunden sind jedoch auch Versandapotheken verpflichtet. Sie müssen pharmazeutisch qualifiziertes Personal und eine deutschsprachige Beratung gewährleisten.

Sicherheit durch Sicherheitslogo des DIMDI

Sicherheit bieten nur in Deutschland zugelassene Versandapotheken. Sie sind über die Seiten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln abrufbar und besitzen das orange-blau-weiße Sicherheitslogo des Instituts auf ihrer Homepage. Mit einem einfachen Klick auf das Sicherheitslogo der Versandapotheke wird eine Verknüpfung zum DIMDI hergestellt. Klickt man beispielsweise in der EU Apotheke online-Präsenz „euva.net“ auf das Sicherheitslogo, dass sich ganz unten auf der Homepage-Startseite – unter dem Punkt Sicherheit – befindet, so stellt das Deutsche Instituts für Medizinische Dokumentation und Information automatisch eine Verbindung über einen integrierten Link her. Erkennbar wird, dass die Apotheke registriert ist und es sich somit um eine seriöse Seite handelt. Neben Namen, Internetadressen, Anschrift und Kontaktdaten von der Versand- und der Präsenzapotheke vor Ort, wird auch der Name und die Anschrift der zuständigen Erlaubnisstelle, hier beispielsweise das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, und der Beginn der Erlaubnis für den Online-Handel sichtbar. Alle Versandapotheken, die dem Bundesverband Deutscher Versandapotheken angehören, sind grundsätzlich in Deutschland zugelassen und können zusätzlich über den Verband eingesehen werden. Mit einem Klick auf die Seiten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information und des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken können Verbraucher einfach und schnell überprüfen, ob eine Versandapotheke grundsätzlich seriös ist oder nicht. Kleiner Klick, große Wirkung.

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