Vernünftiger Umgang mit dem Salz

(djd). Immer wieder ist zu hören und zu lesen, dass Kochsalz den Blutdruck in die Höhe treiben könne. Das Thema werde aber, betont Dr. Dag Schütz aus Velbert in Nordrhein-Westfalen, erheblich überbewertet. „Wir haben kein Salzproblem, sondern ein Ernährungsproblem“, betonte der Mediziner anlässlich der 21. Aachener Diätetik Fortbildung 2013. Wer bei seiner Ernährung beispielsweise ganz auf Fastfood und Konservendosen setzt, werde zwangsläufig mit dieser Kost mehr Salz zu sich nehmen als Personen, die reichlich Salat, Gemüse und Getreideprodukte auf ihrem Speiseplan stehen hätten. Der Zusammenhang zwischen Kochsalzverzehr und Blutdruck sei, so Dr. Schütz, zudem komplexer als lange angenommen: „Zwar steuert die Niere den Mineralstoff- und Flüssigkeitshaushalt, neue Daten deuten darüber hinaus aber an, dass die Regulationsmechanismen weit komplizierter sind als bislang bekannt.“ So gebe es Befunde, wonach Kochsalz in der Haut gespeichert werden könne.

Salzhaushalt hat eigenen Biorhythmus

Andere Untersuchungen belegen nach Ansicht von Dr. Schütz, dass die Salzspeicherung und -ausscheidung nicht konstant sei, sondern einem Biorhythmus unterliege. Das stelle viele frühere Untersuchungsergebnisse infrage. Denn die Zufuhr ließe sich damit nicht aus dem 24-Stunden-Urin hochrechnen, wie es bislang in Studien oft geschehen sei. „Wenn die Salzausscheidung einem Biorhythmus folgt, sind solche Untersuchungsbefunde nur eine Momentaufnahme, rein zufällig und kaum relevanter als Kaffeesatzlesen“, erklärt der Mediziner. Die neuen Erkenntnisse zeigten nach seiner Meinung, dass in puncto Salzforschung noch Handlungsbedarf bestehe und die Zusammenhänge bisher nur unzureichend verstanden worden seien.

Gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig

Es macht deshalb nach Ansicht von Dr. Schütz keinen Sinn, das Salz zu verteufeln. Wichtig sei vielmehr, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung angestrebt werde. „Wer sich generell gesund ernährt, braucht sich um das Thema Salzzufuhr praktisch keine Gedanken zu machen“, sagte Schütz in Aachen. Daran zu sparen, sei zudem nicht unproblematisch. Denn eine ausreichende Versorgung sei für eine gute Balance im Mineralstoff- und Flüssigkeitshaushalt und damit auch für eine optimale Funktion des Stoffwechsels von zentraler Bedeutung. Mehr Informationen über den Salzhaushalt des menschlichen Körpers gibt es in der Broschüre „Kein Leben ohne Salz und Wasser. Salz – Baustein des Lebens“, die auf http://www.vks-kalisalz.de zum Download bereitsteht.

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