Vernetzte Gehirnforschung

Die Entwicklungen auf dem Gebiet der Medizingeräte- und der Computertechnik eröffnen neue Möglichkeiten für das Erfassen und die Analyse von Daten, die mit dem menschlichen Denken, Empfinden und Handeln, der Funktionsweise des menschlichen Gehirns, einhergehen. Diese nicht-invasiv gewonnenen Daten haben zu einem besseren Verständnis des Menschen beigetragen. Allerdings führt die Vielfalt auch zu neuen Herausforderungen hinsichtlich der anzuwendenden Methodik, insbesondere, wenn es um eine Integration von Daten unterschiedlicher Untersuchungsmethoden geht.

Die Humboldt-Universität, die Charité–Universitätsmedizin Berlin und andere Institutionen der Region zeichnen sich durch eine sehr hohe Dichte an apparativen, methodischen und personellen Ressourcen im Bereich der Psychophysiologie beziehungsweise Kognitiven Neurowissenschaft aus. Mit dem von HU-Wissenschaftlern initiierten Kompetenznetz für Analysemethodik in der Psychophysiologie Adlershof, kurz Kappa, sollen diese Ressourcen nun gebündelt werden.

Gründungssymposium des Kompetenznetzes für Analysemethodik in der Psychophysiologie Adlershof
Freitag, 3. Februar 2012, 9.30 bis 16 Uhr
Konferenzraum des Erwin-Schrödinger-Zentrums
Rudower Chaussee 26, Berlin-Adlershof

„An den verschiedenen Institutionen sind Gruppen angesiedelt, die erhebliches Know-how auf den Gebieten der Datenanalyse, Modellierung, Visualisierung und Softwareentwicklung besitzen und Verfahren zur Lösung verschiedener psychophysiologischer oder verwandter Fragestellungen entwickeln“, unterstreicht Galina Ivanova, Professorin am Institut für Informatik der HU, die Bedeutung des neuen Netzwerks. Viele psychophysiologisch und neurowissenschaftlich arbeitende Gruppen stehen dabei vor ähnlichen methodischen Herausforderungen.

„Kappa soll dazu beitragen Wissen, Methodik, Workflows und Daten für vielfältige Anwendungen verfügbar zu machen“, fügt Werner Sommer, Professor für Biologische Psychologie und Psychophysiologe am Institut für Psychologie, hinzu. „Gleichzeitig sollen die technischen Ressourcen wie Labore, Geräte, Rechner-Cluster und Kompetenzen der beteiligten Arbeitsgruppen dazu dienen, um neuartige Analyseverfahren mit dem Schwerpunkt Daten- und Informationsintegration zu entwickeln.“

Ivanova und Sommer sind die Initiatoren des Netzwerkes, das vier HU-Institute in Adlershof – Informatik, Mathematik, Physik und Psychologie – sowie weitere HU-Institute, eine Reihe von Charité -Projekten und externe Partner auf diesem Gebiet vernetzt.

PROGRAMM

9.30 Uhr
Grußwort und Vorstellung des Netzwerks
Galina Ivanova und Werner Sommer
Humboldt-Universität zu Berlin

Multimodale Bildgebung und neuro-vaskuläre Kopplung
Hans Koch
Institut Berlin, Abteilung 8 – Medizinphysik und metrologische Informationstechnik, Physikalisch-Technische Bundesanstalt

Kombinierte EEG/MEG-Quellenanalyse zur Abbildung raumzeitlicher Hirnaktivierungsmuster in der visuellen Worterkennung
Olaf Hauk
MRC Cognition and Brain Sciences Unit, Universität Cambridge

13.15 Uhr
Kombination von EEG und fMRT zur Analyse der Entwicklung von Hirnaktivität bei Ruhe und beim Lesen
Daniel Brandeis
Institut für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Universität Zürich und Universität Mannheim

Neue Möglichkeiten in der anatomischen, funktionellen und Diffusions -MR – Bildgebung – ein Bericht aus dem Siemens Ultra Hoch Feld Forschungsnetzwerk
Franz Schmitt
Healthcare Sector, Imaging & Therapy Division Siemens, Erlangen

Vorstellung der Mitglieder im Rahmen einer Posterausstellung

16.00 Uhr
Erste Mitgliederversammlung

WEITERE INFORMATIONEN

Prof. Dr. Galina Ivanova
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Informatik
Tel.: 030 2093-3005
E-Mail:

Prof. Dr. Werner Sommer
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Psychologie
Tel.: 030 2093-4886
E-Mail:

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