Verkehrsunfälle bei Jugendlichen verhindern

Das Konzept für P.A.R.T.Y. kommt aus Kanada, die Abkürzung steht für Prävention von Alkohol- und Risiko-bedingten Traumen bei Jugendlichen („Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth“).

Junge Verkehrsteilnehmer im Alter zwischen 15 und 24 Jahren sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Ihr Unfall- und Sterberisiko ist dabei etwa doppelt so hoch wie das der Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2015 kamen laut Statistischem Bundesamt 544 Menschen in dieser Altersgruppe bei Verkehrsunfällen ums Leben, 13.746 trugen schwerste Verletzungen davon.

Die Gründe, warum junge Menschen im Straßenverkehr zum Risiko für sich und andere werden, sind vielschichtig. Sie reichen von überhöhter Geschwindigkeit und fehlender Fahrpraxis über die Handynutzung am Steuer sowie dem Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss bis hin zu einer extrem hohen Risikobereitschaft.

Hier setzt das Projekt P.A.R.T.Y an. Die Jugendlichen sollen nicht nur Informationen erhalten, sondern über die emotionale Ebene für das Thema sensibilisiert werden.
Zum Einstieg berichteten Jugendbeamten der Münchner Polizei über Verkehrsunfälle. Anschließend erhielten die Jugendlichen einen Überblick, welche Stationen ein schwerverletzter Patient im Klinikum durchläuft, wenn er mit dem Rettungswagen eingeliefert wird. Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr München führten an einer Puppe vor, wie man Unfallopfer erstversorgt. Im hochmodernen Schockraum konnten die Schüler sehen, wie die Ärzte Schwerverletzte sofort nach dem Eintreffen im Krankenhaus lebensrettend behandeln und umfassende Untersuchungen durchführen.

Anschließend ging es auf die Intensivstation, was für die meisten der Jugendlichen eine neue und emotional berührende Erfahrung war. Sie konnten sehen, wie es Patienten geht, die beatmet werden und deren Leben an Schläuchen und Kabeln hängt.

Ein Highlight für die Schüler stellte die Gesprächsrunde mit einer jungen, ehemals schwerverletzten Patientin dar. Die damals 17-Jährige hatte bei einem schweren Mopedunfall zahlreiche komplizierte Knochenbrüche und weitere Verletzungen erlitten. Sie verbrachte Monate im Krankenhaus und wurde in dieser Zeit mehr als zehnmal operiert. Nikolas Stade und Dr. Olga Gordijenko, Instruktoren und Assistenzärzte der Klinik für Unfallchirurgie, erklärten anhand von eindrücklichen Fotos die verschiedenen Phasen der medizinischen Behandlung mit zahlreichen Operationen.

Prof. Peter Biberthaler, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar, erklärt: „Als überregionales Traumazentrum behandeln wir viele Schwerverletzte, natürlich auch Jugendliche. Mit dem P.A.R.T.Y.-Programm wollen wir einen Beitrag leisten, um den besonders gefährdeten jungen Menschen schwere Unfälle zu ersparen.“

Kontakt für interessierte Schulklassen:
Sekretariat Prof. Dr. Peter Biberthaler
Frau Ulrike Jundi
Klinikum rechts der Isar
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie
Tel: 089 4140-2126
ulrike.jundi@mri.tum.de
www.unfallchirurgie.mri.tum.de

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