Verbundinstitut für Hör- und Neuroimplantate an der MHH eröffnet

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat im Medical Park Hannover ein neues Institut für Hör- und Neuroimplantate, das Verbundinstitut für Audioneurotechnologie und Nanobiomaterialien (VIANNA) eröffnet. „VIANNA ist eine bundesweit einmalige Einrichtung. Hier wirken Grundlagenforschung, Umsetzung in klinisch einsetzbare Implantate auf dem Gebiet der Hör- und Neuroimplantate und Vermarktung optimal zusammen“, betonte Professor Dr. Thomas Lenarz bei der Eröffnungsfeier am 17. Januar 2011. Der Direktor der MHH-Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und des Hörzentrums Hannover der MHH leitet das neue Institut gemeinsam mit Professor Dr. Andrej Kral, Direktor der Abteilung für experimentelle Otologie der MHH. „Wir möchten fachübergreifende und innovative Lösungen zur Verbesserung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für unsere Patienten entwickeln“, ergänzte Professor Kral. VIANNA wird mit 3,2 Millionen Euro von Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen gefördert.

Unter dem Dach des neuen Instituts arbeiten die beiden führenden Cochlea-Implantat-Hersteller Advanced Bionics und Cochlear eng mit den Wissenschaftlern zusammen. „Hannover ist im Bereich der Neuroimplantate bereits in einer Spitzenposition. Die MHH verfügt zudem über das weltweit größte Zentrum für Cochlea-Implantate. Mehr als 5.000 gehörlose Menschen wurden mit Hörsystemen versorgt und werden im Hörzentrum betreut“, betonte Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident der MHH. Die niedersächsische Wissenschaftsministerin Professor Dr. Johanna Wanka begrüßte VIANNA als Teil des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik, das zukünftig in dem von Bundes- und Landesregierung mit 54 Millionen Euro finanzierten Forschungsbau untergebracht werden soll: „Die Gründung des Verbundinstituts ist ein wichtiger Schritt, um die europaweit hervorragend aufgestellte und beachtete Medizintechnik weiter zu stärken. Besonders die Kombination aus exzellenter Grundlagen- und Translationsforschung mit weltweit führenden Partnern aus der Industrie. Darin liegt der Schlüssel für den weiteren Ausbau der Spitzenposition in Forschung und Entwicklung.“

Zur Entwicklung und Umsetzung von Ideen und Forschungsfragen aus Medizin, Ingenieurs- und Naturwissenschaften in neue Implantate für den klinischen Einsatz am Patienten bedarf es bestmöglicher Rahmenbedingungen, um über die Grenzen wissenschaftlicher Fachgebiete hinweg optimal zusammenarbeiten zu können. „Viele Faktoren beeinflussen die Innovationen von medizinischen Produkten. Ein wichtiger Faktor ist das Zusammenspiel von Hochschulen und Produktherstellern. VIANNA bietet eine exzellente Möglichkeit für die Entwicklung neuer Lösungen für Menschen mit Hörproblemen“, lobte Helmut Heyne, Ministerialdirigent im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

„Im Wesentlichen geht es bei der Grundlagenforschung um die Weiterentwicklung von auditorischen Implantaten, Neuroimplantaten, Nanobiomaterialien sowie der Lasermedizin“, erklärte Professor Dr. Heinz Haferkamp vom Laser Zentrum Hannover. Er wies auch auf die Bedeutung der Lasertechnik hin: „Speziell gilt dies für die laserbasierte Diagnostik und Therapie.“ Und Dr. Valentin Chapero Rueda, CEO Sonova, des Schweizer Mutterkonzerns von Advanced Bionics, ergänzt: „Zukunftsfähige Produkte in der Hörsystemversorgung sind eine Investition in besseres Hören, da gehören alle an den Tisch, die daran beteiligt sind oder sein könnten. VIANNA bietet uns dazu exzellente Rahmenbedingungen.“

HNO-Klinik und Hörzentrum Hannover:

Die HNO-Klinik der MHH ist international vor allem bekannt für das weltweit größte Cochlea-Implantat-Programm zur Versorgung hochgradig schwerhöriger Patienten. Bereits 1984 wurde durch den damaligen Direktor der HNO-Klinik der MHH, Prof. Dr. Dr. Ernst Lehnhardt, die erste CI-OP durchgeführt. Seit 1993 führt Prof. Dr. Thomas Lenarz die HNO-Klinik sowie seit 2003 das Hörzentrum Hannover. Bis heute konnten mehr als 5.000 Erwachsene und Kinder implantiert werden. Pro Jahr werden rund 500 Patienten neu mit einem CI versorgt. Weitere Schwerpunkte bestehen im Bereich der Hörgeräteversorgung und deren Weiterentwicklung, der Früherfassung kindlicher Schwerhörigkeit, der Diagnostik und Behandlung von Innenohrschwerhörigkeiten einschließlich Tinnitus. Im Hörzentrum Hannover wird das gesamte Spektrum der Diagnostik, der Therapie und der Hörsystem-Versorgung unter einem Dach zusammengefasst. Die Behandlung der Patienten basiert auf einem zeitlich und organisatorisch ökonomischen Konzept der engen Verzahnung zwischen HNO-Klinik, Akustikern, Herstellern und Wissenschaftlern bis zur Entwicklung neuer Medizinprodukte.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Bettina Dörr, Telefon 0511 532-6846, doerr@hoerzentrum-hannover.de.

Ein Foto von der Eröffnungsfeier können Sie in der MHH-Pressestelle bestellen.

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