Veranstaltung: BAuA-Experten informieren Nano-Forscher und Start-up-Unternehmen

Dortmund – Es wird getüftelt, geforscht und erfunden. Im Labor arbeiten Experten unter Hochdruck an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Lösungen in der aufstrebenden Nano-Branche. Doch was muss hierbei im Hinblick auf mögliche Gesundheitsrisiken der neu entwickelten Nanomaterialien und werkstoffe beachtet werden und welche gesetzlichen Regelungen gibt es? Diesen Fragen gehen am Freitag, 20. Mai 2011, Experten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bei der kostenfreien Informationsveranstaltung „Innovation und Sicherheit“ für Nano-Forscher und Start-up-Unternehmen in der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund nach. Zwischen 10.30 und 12.30 Uhr informieren die BAuA-Experten über Möglichkeiten, mit denen sich Risiken von Nanomaterialien für die Gesundheit frühzeitig erkennen lassen, sowie über angemessene Maßnahmen zum Arbeitsschutz. Das Angebot richtet sich vor allem an Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Nano- und Mikrotechnologie in der Region.

Seit 2005 leistet die BAuA mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten vielfältige Beiträge zur sicheren Arbeit mit Nanopartikeln. Dr. Rolf Packroff, Wissenschaftlicher Leiter im Fachbereich „Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe“, gibt einen kurzen Überblick über die aktuellen Aktivitäten. Sabine Plitzko, Mitarbeiterin des Nano-Labors der BAuA, wird ein von der BAuA entwickeltes Messsystem vorstellen, mit dem das Verstaubungsverhalten neuer Nanomaterialien bereits im Vorfeld einer industriellen Anwendung ermittelt werden kann.

Den aktuellen Stand der toxikologischen Einschätzung möglicher Gesundheitsgefährdungen stellt Prof. Dr. Thomas Gebel aus der Fachgruppe Toxikologie der BAuA vor. Hierbei geht es vor allem um mögliche Erkrankungen der Atemwege durch das Einatmen von Fein- und Ultrafeinstäuben am Arbeitsplatz, die auch durch die neuen Nanomaterialien freigesetzt werden können. Gebel spricht auch Defizite an, die es bei den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den schädlichen Auswirkungen von Chemikalien immer noch gibt.

Wie sich aus der Vorsorgestrategie der Europäischen Union konkrete Empfehlungen zum sicheren Arbeiten mit Nanomaterialien abgeleiten lassen, ist Thema des Beitrages von Dr. Miriam Baron aus der Fachgruppe Gefahrstoffmanagement. Die BAuA gibt seit 2007 gemeinsam mit dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) einen Leitfaden für Tätigkeiten mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz heraus, der der Praxis eine einfache Hilfestellung bietet. Er wird aufgrund einer Vielzahl neuer Erkenntnisse derzeit überarbeitet und aktualisiert.

Das Angebot gehört zum Rahmenprogramm der aktuellen Sonderausstellung „Nano! Nutzen und Visionen einer neuen Technologie“, die derzeit in der DASA zu sehen ist. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Ausrichtungen der Nanotechnologie, die Sicherheit von Nanomaterialien und die Auswirkung der neuen Techniken auf die Gesellschaft. Angesprochen sind Wissenschaftler und Unternehmer aus der Region, die mit Nanomaterialien arbeiten.

Eine weitere Veranstaltung ähnlichen Zuschnitts ist für den 7. Oktober, ebenfalls von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr geplant.

Die Ausstellung „Nano!“ wurde vom TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim entwickelt. Der Eintritt zur Informationsveranstaltung ist frei.

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Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

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