Verändert sich unser Gehirn durch die Erfahrung von Kunst?

In den Neurowissenschaften gestatten bildgebende Verfahren – z.B. funktionelle Magnetresonanztomographie – immer bessere Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns. Nachdem viele grundlegende Fragen beantwortet wurden, konzentrieren sich Neurowissenschaftler in den letzten Jahren zunehmend auf komplexere Probleme und höhere Hirnfunktionen, so auch auf kreative Prozesse oder Fragen der Ästhetik und Kunstwahrnehmung. Die Neuroästhetik befasst sich mit der Frage, welche Mechanismen im Gehirn für das ästhetische Urteil und interindividuelle Unterschiede der ästhetischen Wahrnehmung verantwortlich sind. Dieses noch relativ neue Gebiet hat sich schnell zu einem „hot spot“ der neurowissenschaftlichen Forschung entwickelt und zu spannenden Kontroversen geführt.
Am HWK fand im Dezember 2010 eine internationale Tagung mit dem Titel „The Artful Brain – Perspectives in Neuroesthetics“ unter der Leitung von Prof. Reto Weiler HWK), PD Dr. Karin Dedek (Universität Oldenburg) und Dr. Anne Hamker (Universität Leipzig) statt. Die im Rahmen des Symposiums aufgeworfenen Fragen und Probleme sollen nun in einer neuen Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Hanse Contrapunkte Neuroästhetik“ weitergeführt werden. Diese Reihe wird von der Stiftung Niedersachsen finanziell unterstützt.
Jeweils zwei renommierte Sprecher aus den Neurowissenschaften und aus dem Kunstbereich beleuchten in kurzen Impulsvorträgen und Podiumsdiskussion verschiedene Aspekte des Rahmenthemas.

Den Auftakt bildet am 8. März 2012 die Diskussion mit Prof. Dr. Ernst Pöppel (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Prof. Dr. Wulf Herzogenrath (ehem. Direktor der Kunsthalle Bremen) zum Thema „Plastizität: Verändert sich das Gehirn durch die Erfahrung von Kunst?“.
In loser Reihenfolge behandeln die weiteren Diskussionen Fragen wie „Wo im Gehirn sitzt die Ästhetik?“, „Was treibt uns zur Kunst?“ und „Heilung durch Kunst?“. Im November 2012 werden im Rahmen des OLB-Fellowships am HWK Prof. Dr. Stefan Koelsch (FU Berlin) und Prof. Dr. Joshard Daus (Direktor Europa Chor Akademie Bremen; Universität Mainz) darüber diskutieren, wie der „Gänsehauteffekt“ in der Musik entsteht.
Ansprechpartnerin : Heidi Müller-Henicz, Hanse-Wissenschaftskolleg, Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst,
Tel: 0 42 21 91 60-214, E-Mail: hmuehenicz@h-w-k.de

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