VDE legt Ausbildungskatalog für Biomedizinische Technik im Medizinstudium vor

Damit haben Studierende sowie medizinische Fakultäten und andere Bildungseinrichtungen des Gesundheitswesens künftig einen praxisorientierten Leitfaden, in dem Lernziele für das Studium festgelegt sind. Die Biomedizintechnik als Querschnittstechnologie hat innerhalb des Medizinstudiums bisher keine einheitlich geregelten Lernziele. Die nun veröffentlichte Publikation bietet einen kompetenzbasierten Ausbildungskatalog, der im Curriculum des Medizinstudiums angewendet werden kann. Folgende Grundsätze sind dabei wesentlich: Kompetenzorientierung, integrierte und patientenorientierte Curricula, wissenschaftliche Kompetenz, interprofessionelle Ausbildung und Fokussierung der Studieninhalte.

Das Medizinstudium in Deutschland wird gegenwärtig umfassend reformiert und weiterentwickelt. Im Zuge dessen werden die humanmedizinischen Modellstudiengänge analysiert. Die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE als Netzwerk von Ärzten, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren sieht es als ihre Aufgabe, den intensiven Wandel in der Medizin durch die biomedizintechnischen Verfahren an der Schnittstelle zwischen Patient und Anwender für die Studierenden der Medizin abzubilden – und zwar so, dass die Kompetenz für eine andauernde Weiterbildung in diesem Themenfenster gewährleistet ist. Die im Katalog abgebildeten Lernziele wurden von einer Projektgruppe aus Experten entwickelt, mehrfach wurden sie gemeinsam mit der Fachcommunity der Biomedizintechnik diskutiert. Anregungen aus der Praxis sind fortwährend in das Dokument eingeflossen.

Gegliedert ist der Katalog in zwei Abschnitte: Im „Allgemeinen Teil“ sind jene Kompetenzen und Lernziele abgebildet, die als Grundvoraussetzung für die Arbeit mit biomedizintechnischen Verfahren, Systemen und Methoden einzuordnen sind. Im „Speziellen Teil“ sind Kompetenzen und Lernziele aufgeführt, die dem zentralen Bezugspunkt „Krankheitsbezogene Prävention, Diagnostik und Therapie“ zuzuordnen sind. Auf dieser Basis können die medizinischen Fakultäten – je nach eigenem Schwerpunkt – spezifische Lernziele mit Wahlfächern und Wahlinhalten weiterentwickeln. Zudem ist eine enge Vernetzung mit der fachärztlichen Weiterbildung und der berufsbegleitenden Fortbildung vorgesehen. So soll eine langfristige, kontinuierliche und dynamische Weiterentwicklung des Lernzielkatalogs gewährleistet werden. Flankierend dazu erarbeitet die DGBMT derzeit eine Lehrbuchreihe für die Biomedizintechnik, die einen Gesamtrahmen um die Lehrinhalte der Biomedizinischen Technik spannt.

Der „Nationale kompetenzbasierte Lernzielkatalog der Biomedizintechnik für die Studierenden der Medizin (BMT-NKLM)“ steht kostenfrei im InfoCenter auf www.vde.com zum Download bereit.

Über den VDE:
Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik ist mit 36.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen, 8.000 Studierende, 6.000 Young Professionals) und 1.200 Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung in den Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen. Die Sicherheit in der Elektrotechnik, die Erarbeitung anerkannter Regeln der Technik als nationale und internationale Normen, Prüfung und Zertifizierung von Geräten und Systemen sind weitere Schwerpunkte. Das VDE-Zeichen, das 67 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Die Technologiegebiete des VDE: Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik, Mikrotechnik sowie Automation.

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