Urbane Nutzgärten: Von Kleve bis in die Tropen

Das Stadtgebiet von Kleve ist in besonderem Maße von „Grün“ geprägt. Hierzu zählen die mehr als 60 Garten- und Parkanlagen, allen voran die Historischen Parkanlagen. Nutzgärten werden aktuell wiederentdeckt und spielen in der Stadt eine zunehmende Rolle. Erfreulich ist besonders das Interesse an Obst, Gemüse und Kräutern, die sowohl in Privatgärten als auch auf Gartenvereinsflächen angebaut werden. Bürgerinnen und Bürger mit den unterschiedlichsten Erfahrungen und sozialen Hintergründen kommunizieren beim Gärtnern untereinander und Kommunen können letztlich von den gärtnerischen Aktivitäten profitieren. Ein neueres Phänomen in Kleve und anderen deutschen Städten sind Gemeinschaftsgärten, die von einer Gruppe, oft Nachbarn, auf einer meist öffentlichen Fläche eingerichtet werden. Auch in anderen europäischen Großstädten wie Amsterdam und Wien erfreuen sich diese Gemeinschaftsgärten wachsender Beliebtheit und sind manchmal sogar der Öffentlichkeit zur „Ernte im Vorbeigehen“ zugänglich.

Während in Deutschland und Europa das Gärtnern meist als Hobby betrieben wird und die Ernte einen eher geringen Teil zum täglichen Essen beiträgt, ist in vielen Großstädten Afrikas die urbane Landwirtschaft für ärmere Bevölkerungsschichten überlebenswichtig. Obst und Gemüse sind wegen der hohen Preise auf den Märkten für viele Familien nicht erschwinglich und ein Garten, mag er noch so klein sein, kann erheblich zu einer gesunden und abwechslungsreicheren Ernährung der Gärtnerfamilien beitragen. So findet man dann auch Gärten verschiedenster Größe und Nutzungsart in afrikanischen Städten, entlang der Straßen, Flüsse und Kanäle, auf brachliegenden Baugrundstücken, in Parks und auf Verkehrsinseln, in Vorgärten, auf Balkonen, Dachterrassen und sogar auf allerengstem Raum in den Slumvierteln. Da solche urbanen Gärten nicht nur der Selbstversorgung dienen, sondern oft auch einen erheblichen Teil zum Frischobst- und Gemüse-Angebot auf den städtischen Märkten beitragen, fördern viele Stadtverwaltungen nach anfänglichen Widerständen neuerdings den urbanen Gartenbau. Allerdings gibt es auch einige Schattenseiten, die kritisch diskutiert und positiv verändert werden müssen.

Angesichts einer weltweit stetig weiter wachsenden städtischen Bevölkerung und knapper werdender landwirtschaftlicher Flächen im peri-urbanen Raum bietet der urbane Gartenbau von Kleve bis in die Tropen eine vielversprechende und bisher viel zu wenig genutzte Möglichkeit, nachhaltige Obst- und Gemüseproduktion mit gesunder Ernährung und einer verbesserten Umwelt in unseren Städten zu vereinen.

Der Vortrag ist Teil des Studium Generale. Das Vortragsprogramm richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger ebenso an Studierende, Professorinnen und Professoren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule Rhein-Waal und bereitet aktuelle Themen alltagsnah und informativ auf. Die Vortragsreihe bietet zudem die Möglichkeit, sich an aktuellen Fragestellungen zu beteiligen. „Wir laden alle ein, egal welchen Alters, an diesen spannenden Vorträgen teilzunehmen“, sagt die Präsidentin der Hochschule Dr. Heide Naderer.

Der Besuch der Vorträge im Studium Generale an der Hochschule Rhein-Waal ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei.

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