Unterstützung im Notfall: „Medical Intervention Car“ soll Versorgung Schwerverletzter verbessern

Im Motorsport sind sie nicht mehr wegzudenken: Die „Medical Intervention Cars“ (MIC), besondere Rettungsfahrzeuge, die dank entsprechender Expertise der Notfallmediziner und besonderer technischer Ausstattung für eine höhere Überlebensrate bei Schwerverletzten sorgen. Volvo Car Germany und das Universitätsklinikum Heidelberg starten jetzt ein Pilotprojekt zur Notfallversorgung mit MIC: Am 2. Mai 2019 übergab Thomas Bauch, Geschäftsführer der Volvo Car Germany GmbH, das Medical Intervention Car an Prof. Dr. Markus Weigand, Ärztlicher Direktor der Anästhesiologischen Klinik, und das interdisziplinäre Team der Sektion Notfallmedizin unter Leitung von Prof. Dr. Erik Popp sowie Projekt-Initiator Dr. Niko Schneider. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und wird wissenschaftlich begleitet. Weitere Firmen unterstützen die Ausstattung des MIC.

Medical Intervention Car

Stationiert an der Chirurgischen Universitätsklinik, kommt das MIC ab Mitte des Jahres zunächst werktags von 7 bis 17 Uhr zum Einsatz. Der Wagen bringt auf Abruf spezielle Teams für spezielle Aufgaben an den Einsatzort. „In den allermeisten Fällen ist das aktuelle Notarztsystem ausreichend“, sagt Prof. Markus Weigand. „In besonderen Einsatzsituationen können wir mit dem MIC jedoch die notärztlichen Kollegen vor Ort unterstützen. Wir rechnen mit rund 50 Einsätzen pro Jahr.“

„Kommt es zu einem Unfall, ob im Straßenverkehr oder beispielsweise im Haushalt, muss eine schnelle, fachgerechte Versorgung sichergestellt werden – selbst bei überraschenden oder seltenen Problemen. Wir freuen uns, dass wir mit der Bereitstellung unseres Volvo V90 Cross Country dazu beitragen können“, erläutert Thomas Bauch, Geschäftsführer der Volvo Car Germany GmbH. „Dieses Projekt hat Vorzeigecharakter und passt hervorragend zur Marke Volvo und unseren Kernwerten.“

„Bei dem Konzept MIC geht es vor allem um Hilfe für Personen, die in einem kritischen Zustand und nicht transportfähig sind“, erklärt Dr. Niko Schneider. „Der Notarzt vor Ort kann in solchen Situationen das MIC anfordern. Mit dieser zusätzlichen Unterstützung, speziellen Medizinprodukten und Blutkonserven erhöhen wir die Überlebenschancen.“ Ein Facharzt für Anästhesiologie mit Zusatzqualifikationen wird nach einem absolvierten Fahrsicherheitstraining das MIC als Selbstfahrer besetzen.

Auch extrem seltene Situationen, die heute noch die Grenze des Machbaren darstellen, könnten vielleicht zukünftig durch erweiterte Notfallmaßnahmen beherrscht werden. So können beispielsweise bei schwerstverletzten Patienten aller Altersgruppen invasive Notfallprozeduren, spezielles Atemwegsmanagement und die Gabe von Blutprodukten helfen.

Die wissenschaftliche Begleitung untersucht, inwieweit die Versorgung der Bevölkerung verbessert werden kann. „Es wäre eine neue Entwicklungsstufe für den Rettungsdienst, wenn Todesfälle, die sonst aufgrund fehlender Ressourcen oder Expertise eintreten würden, so möglicherweise vermieden werden könnten. Unsere Vision ist es, dieses besondere Einsatzfahrzeug dauerhaft für den Rettungsdienst zu etablieren“, sagt Prof. Erik Popp.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Niko Schneider
Anästhesiologische Universitätsklinik Heidelberg
niko.schneider@med.uni-heidelberg.de

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