Unternehmensgründung: HHL-Alumnus unterstützt chronisch kranke Patienten bei konsequenter Therapie

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass rund 50 Prozent der für chronisch Kranke verschriebenen Medikamente niemals eingenommen werden. Grund ist die oft fehlende Treue der Patienten zur verordneten Therapie. Dies führt letztendlich zu erhöhten Gesundheitskosten, zu geringerer Lebensqualität und zur geringeren Lebenserwartung der Betroffenen. Philipp Legge (29), Absolvent der HHL Leipzig Graduate School of Management, sowie Sebastian Gaede (33) und Julian Weddige (35) haben Ende 2012 das Startup SMARTPatient gegründet, da sie überzeugt sind, dass viele Patienten besser mit ihrer Krankheit umgehen möchten, aber an den Hürden des Alltags scheitern. Diesen Menschen zu helfen, ist die Idee hinter SMARTPatient. Zu dem Konzept und Produkt ihres in München beheimateten Unternehmens, das heute bereits ein zwölfköpfiges Team hat, sagt Philipp Legge: „SMARTPatient unterstützt chronisch kranke Patienten bei der konsequenten Umsetzung ihrer Therapie und gibt ihnen das gute Gefühl, diese gut im Griff zu haben. Hierfür übersetzt die App MyTherapy unterschiedliche Therapieelemente, wie z.B. die Einnahme von Medikamenten oder das Erfassen von Vitalwerten in eine tägliche Aufgabenliste.“ Die vom Arzt verschriebene Therapie würde so laut des Unternehmensgründers zu einer einfachen „Mission“: Tag für Tag eine leere Liste.

Durch MyTherapy-App hat der Patient seine Therapie im Griff

MyTherapy hat sich laut Philipp Legge zu einer der beliebtesten Apps in der Kategorie „Medizin“ im AppStore bei Apple entwickelt. „Im Durchschnitt erhalten wir 4,5 von 5 Sternen bei der Bewertung“, so der Betriebswirt. Als besonders positiv empfinden die Nutzer den Support und die anwenderfreundliche Oberfläche. „Trotzdem möchten wir uns noch weiter steigern“, betont der Jungunternehmer. Hierbei würden auch die Kooperationen mit so namhaften Forschungseinrichtungen wie der Charité in Berlin oder dem Klinikum rechts der Isar in München helfen.

MyTherapy auch attraktiv für Industrie und Forschung

Für die Nutzer steht die App MyTherapy kostenlos zu Verfügung. Für die Industrie- und Forschungspartner des Startups SMARTPatient ist MyTherapy ein willkommenes Werkzeug zur Steigerung der Therapietreue. Sie profitieren in diesem Zusammenhang u.a. von einer erhöhten Arzneimittel-Wirksamkeit und einer gesteigerten Therapiesicherheit.

Zu den Zukunftsplänen von SMARTPatient sagt Philipp Legge, der vor der Unternehmensgründung als Projektleiter bei einer internationalen Strategieberatung tätig war: „Um möglichst vielen chronisch kranken Patienten zu helfen, liegt der Fokus auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung unseres Programms. Weiter ausbauen möchten wir unsere App, die Internationalisierung des Patientenprogramms und die Abdeckung zusätzlicher Plattformen, wie z.B. Android und Windows Phone.“

Gründerschmiede HHL setzt neuen Fokus auf Health Care

Die HHL hat eine wichtige Rolle bei der Gründung von SMARTPatient gespielt. „An der HHL lernt man von Anfang an den möglichen Aufbau des eigenen Unternehmens als echte Alternative zur ‘klassischen‘ Karriere zu sehen.“ Auch wenn sich Philipp Legge nach seinem Masterabschluss zunächst für eine Anstellung in einer Strategieberatung entschied, war schon damals klar, dass ihn irgendwann das Gründerfieber packen würde. „Egal ob Anstellung oder Gründung: das Studium an Deutschlands ältester BWL-Uni fördert in jedem Fall das unternehmerische Denken“, so der Unternehmensgründer.
Gut findet Philipp Legge den neuen inhaltlichen Fokus seiner Alma Mater: „Innovationen und effizienteres Management im Bereich Health Care sind lange überfällig. Für mich macht das Teilzeit-MBA-Programm der HHL mit dem neuen Schwerpunkt ‘Hospital Management and Health Services’ daher Sinn. Damit schafft die als Gründerschmiede bekannte HHL perfekte Bedingungen für die Startups von morgen,- allein im Bereich Digital Health sind die Potentiale gigantisch.“

Über die Gründerschmiede HHL Leipzig Graduate School of Management

Mit über 140 Gründungen, die in den letzten 15 Jahren von HHL-Absolventen ausgegangen sind, hat sich Deutschlands erste Adresse für den Management-Nachwuchs auch zu einem sehr erfolgreichen Inkubator für Unternehmensgründungen entwickelt. Prominente Beispiele sind neben Gollmann Kommissioniersysteme oder Mister Spex auch die Gewinner des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb SunCoal Industries oder auch die Leipziger Unternehmen Spreadshirt und billigflieger.de. Durch das unternehmerische Engagement der Gründer konnten bereits mehr als 2.500 Jobs geschaffen werden, über 1.100 davon allein in der Region Leipzig. Die HHL wurde im vergangenen Jahr in der zweiten Runde des Wettbewerbs „EXIST-Gründungskultur – Die Gründerhochschule“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unter die 20 besten Gründerhochschulen Deutschlands gewählt. Die Financial Times platziert die HHL zudem international auf Platz 1 hinsichtlich der inhaltlichen Fokussierung auf „Entrepreneurship“. Erst vor wenigen Monaten hat der Stifterverband die HHL als eine der führenden Gründerhochschulen in Deutschland ausgezeichnet.

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