Unter der Lupe: Golf V und VI im Gebrauchtwagen-Check

(dmd). Die neue Golf Generation Nummer sieben hält ihren Einzug – doch sind damit die Vorgänger nichts mehr wert? Ganz und gar nicht. Denn: Auch als Second-Hand-Vehikel erfreuen die Modelle Golf V und VI noch das Herz. Wir nahmen die beiden Versionen unter die Gebrauchtwagen-Lupe.

Golf V und VI unterscheiden sich in erster Linie äußerlich. Während das zwischen 2003 und 2009 gebaute Modell auf Chrom und weiche Konturen setzt, kommt der bis 2012 angebotene „Nachfolger“ etwas strenger und nüchterner gezeichnet daher. Unter der Oberfläche punkten beide mit den gleichen Tugenden: Ordentliches Platzangebot für Passagiere und Gepäck, ergonomische Bedienung und hochwertige Verarbeitung.

Der Golf ist in beiden Versionen ein Alltagsauto wie es im Buche steht: Von der Urlaubsreise mit Familie bis zum Shopping-Bummel in der Innenstadt kann der Kompakte fast alles. Bei größerem Transport- und Platzbedarf stehen zudem ein Kombi (seit 2007) und die Hochdach-Version Golf Plus (seit 2005) parat, wer eher zum Spaß fährt, wählt das seit 2011 angebotene Cabrio.

Motoren: Vom Sparfuchs bis zum Spaßmobil
Das Antriebsangebot ist traditionell umfassend und bietet für jeden Bedarf das Passende. Sparfüchse etwa wählen den 55 kW/75 PS (später 80 PS) starken Einstiegs-Benziner mit 1,4 Litern Hubraum, noch akzeptablem Verbrauch und niedrigen Anschaffungs- sowie Betriebskosten. Fast jeder dritte Gebrauchte ist mit dem kleinsten Vierzylinder ausgerüstet, rund ein weiteres Drittel entfällt auf den kleinen Diesel. Vor allem Vielfahrer kommen mit dem 77 kW/105 PS starken 1,9-Liter-Selbstzünder (später 1,6 Liter und Common-Rail-Einspritzung) auf ihre Kosten. So lässt sich der Golf mit knapp sechs Litern bewegen.

Für den verfeinerten Geschmack hat VW zudem den seit 2004 Golf GTI im Programm, der mit mindestens 200 PS für Fahrspaß sorgt, vor allem in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG. Dazwischen tummeln sich zahlreiche weitere Motoren in unterschiedlichsten Leistungsstufen, darunter auch eine Autogas-Version (seit 2009). Technisch sind die beiden Golf-Generationen grundsätzlich solide. Probleme machen können aber die Steuerketten der TSI-Turbobenziner sowie die Fünfgang-Schaltgetriebe bei 1,6-Liter-Benziner und den Dieseln. Auch das DSG und der Turbolader beim Diesel sorgen bei hoher Laufleistung gelegentlich für Ärger.

Ausstattung und Sicherheit: Zurück zu den Basics
Golf-Fahrer sind häufig sparsam. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden sich daher viele Modelle mit Basisausstattung. Zunächst sorgten der Schleuderschutz ESP und sechs Airbags für Sicherheit, der Golf VI hat sieben Stück an Bord. Auch die Klimaanlage zählt seit dem Generationswechsel zum Ausstattungsumfang. Wer sich ein gut ausgestattetes Modell wünscht, sollte nach einem der zahllosen Sondermodelle Ausschau halten, die beispielsweise „30 Jahre Golf“, „Goal“, „Edition“ oder „Tour“ heißen und die wichtigsten Extras an Bord haben.

Qualität: Solide und stabil
Während Golf III und Golf IV bei der Langzeitqualität eher mäßig abschneiden, hat VW bei Generation V offenbar dazugelernt. Beim TÜV gilt der Kompakte als solides Langzeitauto. Das Fahrwerk ist stabil, die Bremsen sind langlebig und die Auspuffanlage kennt Rost nur vom Hörensagen. Probleme machen in der Regel nur die elektronischen Sonderausstattungen. So gelten Navigationsgerät und Klimaanlage als vergleichsweise anfällig. Und dass bei aller Verarbeitungsqualität auch ein Golf nicht perfekt ist, zeigen die gelegentlich knarzigen Türen und Armaturenbretter bei Generation V.

Fazit
Wie schon die fabrikneuen Versionen von Golf V und VI sind auch die gebrauchten Modelle Bestseller. In diesem Fall komplett zu Recht. Nicht nur die Qualität stimmt, sondern auch die Auswahl. Hier findet fast jeder ein passendes Modell. Die Preise starten bei rund 6.000 Euro für einen ordentlichen Golf V.

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