Unseriöses Angebot für Typ-1-Diabetiker: Therapie soll Insulinzufuhr dauerhaft ersetzen können

„Es gibt bisher keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Diabetiker von der angebotenen Therapie profitieren“, betont Professor Dr. med. Thomas Danne, Präsident der DDG und Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten daran, Typ-1-Diabetes zu verhindern oder zu heilen. Dazu gibt es mehrere vielversprechende Teilergebnisse in der Forschung. Allerdings ist das Endziel noch nicht erreicht: Zu verhindern, dass der Körper die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört beziehungsweise zerstörte Zellen dauerhaft zu ersetzen.

Das verspricht das angeblich wirksame „neuartige Behandlungsschema“: Es verläuft über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten. In dieser Zeit erhält der Diabetiker Injektionen und Medikamente – eine Kombination aus BCG (Bacille Calmette-Guérin) und bis zu vier Katalysatoren – Famcidovir, Fragmin-D, Alpha-Antitrypsin und Interleukin-12. Dadurch sollen körpereigene Zellen umprogrammiert werden. Als Folge würden sich neue Inselzellen bilden, in der Bauchspeicheldrüse ansiedeln und wieder Insulin produzieren. Bei klinischen Studien mit insgesamt 16 000 Teilnehmern hätten rund 80 Prozent nach der Therapie dauerhaft auf die Zufuhr von Insulin verzichten können. Die Studien wären in Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten erfolgt, darunter die deutschen Universitäten München und Tübingen.

Diabetes-Experten der DDG und diabetesDE warnen vor diesem unseriösen Angebot: Die genannten Studien zur Wirksamkeit der Therapie wurden weder in Zusammenarbeit mit München und Tübingen durchgeführt noch in der wissenschaftlichen Literatur veröffentlicht. „Das haben wir überprüft und hoffen, dass sich Patienten nicht auf dieses oder ähnliche Angebote einlassen“, meint Danne. „Zurzeit gibt es zur Insulintherapie keine Alternative für Typ-1-Diabetiker und das wird sich kurzfristig auch nicht ändern.“

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