Universitätsprofessor Dr. Dietrich Harder ist 80 Jahre

(umg) Universitätsprofessor em. Dr. phil. nat. Dietrich Harder, langjähriger Direktor der ehemaligen Abteilung Medizinische Physik und Biophysik und Emeritus der Medizinischen Fakultät, vollendete am 11. Februar 2010 sein achtzigstes Lebensjahr. Zu seinen Ehren findet am Montag, dem 21. Juni 2010, ein wissenschaftliches Festkolloquium mit renommierten Experten aus seinen Interessens- und Forschungsgebieten statt. Veranstalter sind das Helmholtz-Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik sowie die Medizinische Fakultät der Universitätsmedizin Göttingen.

Festkolloquium zum 80. Geburtstag von
Universitätsprofessor em. Dr. phil. nat. Dietrich Harder
Montag, 21. Juni 2010, 14:00 bis 18:30 Uhr
Hörsaal 542, Universitätsklinikum Göttingen
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen

Den Festvortrag mit dem Titel „Recent development in light ion radiation, physics and biology“ hält Prof. Dr. Anders Brahme vom Karolinska Institut für Medizinische Strahlenphysik der Universität Stockholm. Brahme gilt als ein Vordenker einer neuen Art der Krebstherapie mit beschleunigten Protonen und leichten Ionen. Diese zeichnet sich vor allem durch eine Verminderung der Nebenwirkun-gen bei der Behandlung bestimmter Tumoren aus. Die biologische Wirkung niedriger Strahlendosen zu klären und aufzudecken, daran ist der Jubilar Prof. Harder nach wie vor interessiert. Das Thema steht auch im Mittelpunkt eines weiteren wissenschaftlichen Vortrages. Privatdozent Dr. Franz Rödel, Strahlenbiologe von der Universität Frankfurt, referiert über „molekulare und zelluläre Wirkmechanis-men kleiner Strahlendosen und Radon“.

Dietrich Harder wurde am 11. Februar 1930 in Stettin geboren. Er studierte Physik in Frankfurt am Main und wurde dort 1957 mit einer Arbeit am Max-Planck-Institut für Biophysik promoviert. 1960 wechselt er an das Physikalische Institut der Universität Würzburg, wo er 1966 für das Fach Experimentelle Physik habilitiert. 1973 erreicht ihn der Ruf nach Göttingen auf den Lehrstuhl für Medizinische Physik und Biophysik. Professor Harder nimmt diesen an und wird im März 1974 zum ordentlichen Professor und Direktor des Instituts für Medizinische Physik und Biophysik ernannt. Er nimmt diese Aufgabe bis Ende September 1999 aktiv wahr und gehört seitdem der Medizinischen Fakultät weiterhin als Emeritus an.

Professor Harder hat mit seinen Göttinger Institutsmitarbeitern einen weitgespannten Bogen an Forschungsaktivitäten gespannt. Neben wichtigen Erkenntnissen zu den Wirkungsmechanismen ionisierender Strahlung auf zellulärer Ebene leistete er wichtige Beiträge zur Dosimetrie von Photonen- und Elektronenstrahlung sowie zur Entwicklung von gewebeäquivalenten Phantomen für radiologische Zwecke. Aber auch die methodische Weiterentwicklung der Ultraschalldiagnostik und die damals üblichen Anwendungsgebiete der medizinischen Bildverarbeitung gehörten zum Forschungsspektrum seines Institutes.

Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen zeugt von dem außerordentlichen Engagement Prof. Harders. Er war langjähriges Mitglied (1974 – 1992) und Vorsitzender (1978/79) der Strahlenschutzkommission (SSK), Mitglied der International Commission on Radiation Units and Measurement (ICRU) und ist immer noch aktives Mitglied des Normenausschusses Radiologie im Deutschen Institut für Normung (DIN). Harder ist Mitbegründer der Zeitschrift für Medizinische Physik und war zudem Gründungsmitglied und erster Präsident der Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung. Ihm wurden zahlreiche Preise und Ehrungen zuteil. So erhielt er das Bundesverdienstkreuz, den Holthusenring, die Boris-Rajewski-Medaille für Biophysik, die Glocker-Medaille für Medizinische Physik und zuletzt im Jahre 2009 die Ehrenmedaille der European Federation of Organisations of Medical Physics (EFOMP).

In den letzten Jahren hat Prof. Harder zudem enge Kontakte zu polnischen und weißrussischen Kollegen geknüpft und auch diesen seine tatkräftige und zielgerichtete Unterstützung zukommen lassen. Seine Tätigkeiten wurden hier mit der Timoféeff-Ressovsky-Medaille der Russischen Akademie der Medizinischen Wis-senschaften sowie der Ehrenmitgliedschaft der Polnischen Gesellschaft für Medi-zinische Physik ausgezeichnet.

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Unternehmenskommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Weller, Telefon 0551 / 39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de
(idw, 06/2010)

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