Universitätsmedizin Mainz vereinbart Kooperation mit Nagasaki University

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die japanische Nagasaki University wollen künftig stärker zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Partnerschaft stehen insbesondere die gemeinsame Entwicklung eines Strahlenforschungsprogramms im Bereich der Strahlenepidemiologie und Strahlenbiologie, der Aufbau eines Austauschprogramms von Wissenschaftlern zwischen den beiden Einrichtungen sowie langfristig der Aufbau eines gemeinsamen multizentrischen Forschungsvorhabens. Dies ist eines von zwei Projekten, die in Mainz gefördert werden – bundesweit sind es insgesamt nur fünf. Vor diesem Hintergrund besuchte heute eine japanische Delegation die Mainzer Universitätsmedizin, um die weiteren Schritte der wissenschaftlichen Partnerschaft zu besprechen. Bei dem Besuch wurde auch eine Kooperationsvereinbarung verfasst, die Einzelheiten der künftigen Zusammenarbeit regelt.

Wie der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, dazu mitteilt, handelt es sich um das erste formale Abkommen, das zwischen der Universitätsmedizin und einer japanischen Universität geschlossen wird. "Internationale Forschungskooperationen sind in einer auch im universitären Bereich zunehmenden Globalisierung und Netzwerkbildung unverzichtbar. Mit der Vereinbarung eines zudem vom BMBF geförderten Forschungsprojekts zwischen Mainz und Nagasaki gelingt ein großer Schritt in Richtung eines besseren Gesundheitsrisiko-Verständnisses von Strahlenbelastungen", erklärt Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Mainz.

Das Abkommen der beiden direkten Partnerinstitutionen, dem Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz und dem Atomic Bomb Disease Institute in Nagasaki, sieht ganz grundsätzlich eine stärkere Zusammenarbeit in Forschung und Lehre vor, indem die beiden Parteien engere Kontakte knüpfen und gemeinsame Projekte entwickeln und umsetzen. Dabei sind unter anderem ein Austauschprogramm für Wissenschaftler und Studierende, die Verwirklichung von Forschungsprojekten sowie regelmäßige Workshops und Symposien und der Transfer von wissenschaftlichen Informationen und Materialien vorgesehen.

Die Universitätsmedizin Mainz unterstützt bereits mehrere Partnerschaftsprojekte mit ausländischen Universitäten, um den Studierenden und den Wissenschaftlern einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Mit der Erfahrung eines Aufenthalts an einer anderen Universität kann in der Regel das Bewusstsein für die Bedeutung einer überregionalen Zusammenarbeit gestärkt werden, was sowohl bei zukünftiger wissenschaftlicher als auch ärztlich-kurativer Tätigkeit ein wesentlicher Gesichtspunkt ist. Darüber hinaus fördern solche Projekte das gegenseitige Verständnis und die Akzeptanz derer, die andere Sichtweisen für Probleme oder andere Voraussetzungen für Problemlösungen haben, und wirken möglichen Ressentiments gegenüber fremden Kulturen und Völkern entgegen.
(idw, 01/2010)

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