Universitätsklinikum Heidelberg wird Koordinierungsstelle für Versorgungsforschung

Das Land Baden Württemberg stärkt die Forschung für eine bessere medizinische Versorgung von Patienten mit bis zu 3,4 Millionen Euro. Das Wissenschaftsministerium fördert damit die sogenannte Versorgungsforschung in einer bundesweit einmaligen Initiative: Finanziert wird neben einer Nachwuchsakademie für junge Wissenschaftler die Gründung eines landesweiten Netzwerks mit einer Koordinierungsstelle an der Universitätsklinik Heidelberg.

„Patientinnen und Patienten aller Krankenhäuser und Arztpraxen des Landes können von diesem Projekt profitieren – zum Beispiel durch bessere Methoden zur Versorgung chronisch Kranker“, sagte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 24. Februar in Stuttgart. „Im Kern der Initiative steht eine neue Nachwuchsakademie, in deren Rahmen bis zu 40 Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Versorgungsforschung gefördert und betreut werden. Außerdem sorgen wir dafür, dass sich sämtliche in der Versorgungsforschung aktiven Einrichtungen des Landes vernetzen und feste Strukturen miteinander bilden“.

Dem landesweiten Netzwerk gehören derzeit alle medizinischen Fakultäten und Universitätskliniken des Landes sowie das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim an. Die Fäden laufen am Universitätsklinikum Heidelberg zusammen. Dort leitet Herr Professor Dr. Joachim Szecsenyi die zentrale Koordinierungsstelle.

Für die Nachwuchsakademie wendet das Land 1,6 Millionen Euro auf. Damit werden bis zu 40 Forschungsprojekte von Nachwuchswissenschaftlern gefördert. Das Programm wird in diesen Tagen ausgeschrieben. Bewerben können sich Forscherinnen und Forscher unter anderem aus der Medizin, der Pharmazie, der Informatik und aus sozialwissenschaftlichen/ökonomischen Fächern. Die Projekte werden im Rahmen der Nachwuchsakademie betreut – zum Beispiel durch Workshops und Symposien. Gespeist wird die Nachwuchsakademie von den beteiligten Netzwerkpartnern. Die Nachwuchsakademie soll junge Wissenschaftler aus der Versorgungsforschung weiter qualifizieren und an internationale Standards heranführen.

Weitere 1,8 Millionen Euro fließen in die Bildung von Strukturen für eine effiziente Forschungsarbeit an allen Partnerinstitutionen. Dazu zählen unter anderem die Etablierung eines Beirats mit Vertretern aus dem Gesundheitswesen und die Einrichtung einer webbasierten Kommunikationsplattform.

Sozialministerin Dr. Monika Stolz begrüßte die Initiative: „Die steigende Zahl älterer Menschen und die Zunahme von chronisch Kranken stellen die Medizin vor neue Herausforderungen.“ Eine wissenschaftliche Bewertung der Prozesse bei der Patientenversorgung sei deshalb unerlässlich, so die Ministerin.

Die Versorgungsforschung untersucht die Patientenversorgung in Krankenhäusern, Arztpraxen und sonstigen Gesundheitseinrichtungen. Sie entwickelt – darauf aufbauend – medizinische und organisatorische Konzepte für Verbesserungen. Themen sind zum Beispiel die Versorgung bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder die Anwendung alternativer Arzneimittel. Zur Versorgungsforschung gehören neben den klinischen Fächern unterschiedliche Disziplinen wie die Rehabilitationswissenschaften, die Pflege, die Allgemeinmedizin sowie die Palliativmedizin, aber auch die Sozialwissenschaften und Ökonomie.

Biljana Bojic
Ministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst
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idw 2011/028. Dezember 2016

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