Universitätsaugenklinik Magdeburg ist Referenzzentrum für Kleinstschnitt-Kataraktchirugie

Unter dem Begriff Grauer Star (Katarakt) werden Augenkrankheiten zusammengefasst, die durch eine Trübung der Augenlinse gekennzeichnet sind. Hierbei handelt es sich um die weltweit häufigste Erblindungsursache – wobei diese in 90 Prozent der Fälle altersbedingt ist. Im fortgeschrittenen Stadium sehen die Betroffenen meist wie durch ein Milchglas. Wenn sich die anfängliche leichte Linsentrübung verdichtet und sich das Sehen deutlich verschlechtert, ist eine Operation die einzige Behandlungsmöglichkeit, die zum Erfolg führt. Bei der Star-Operation wird die getrübte natürliche Linse aus dem Auge entfernt und durch eine sog. Intraokularlinse aus Kunststoff ersetzt.

Die Schnittgröße bei einer solchen Operation lag vor 15 Jahren noch bei etwa sechs Millimeter. Der heutige Standardschnitt beträgt 2,5 mm. Bei den neuesten Verfahren, die in Magdeburg seit kurzem angewendet werden, sind es nur noch etwa 1,4 Millimeter. Für die Patienten hat dies viele Vorteile: Kleinste Schnitte bedeuten eine schnellere Wundheilung, raschere Rehabilitation, geringere Hornhautverkrümmung und ein reduziertes Infektionsrisiko.

Den Status eines „Referenzzentrums für Kleinstschnitt-Kataraktchirurgie“ erhielt die Magdeburger Uni-Augenklinik von der Bausch + Lomb GmbH, Berlin, dem führenden Hersteller von Geräten und Linsen für so geringe Schnittgrößen.

Über die Verleihung dieser Auszeichnung freut sich der Direktor der Uni-Augenklinik, Prof. Dr. Hagen Thieme, der Ende 2012 an die Otto-von-Guericke-Universität berufen wurde. Er kann bereits auf eine langjährige Erfahrung in der Kataraktchirurgie verweisen und möchte diese Kleinstschnitt-Techniken (englisch „Micro Incision Cataract Surgery“, MICS) auch hier in seiner neuen Wirkungsstätte in Magdeburg stärker etablieren.

„Die Patienten sind mit dem modernen Verfahren sehr zufrieden. Pro Auge dauert der Eingriff rund 10 bis 15 Minuten und kann meist ambulant durchgeführt werden. Das Auge ist bereits am nächsten Tag wieder voll funktionsfähig. In der Regel können unsere Patienten bereits am nächsten Tag wieder deutlich besser sehen als vor dem Eingriff“, bestätigt Prof. Thieme.

Als Referenzzentrum wird die Uni-Augenklinik Magdeburg für operativ tätige Augenärzte in der Region Sachsen-Anhalt/Niedersachsen künftig regelmäßig Fortbildungen zur neuen MICS-Technik anbieten und auf Wunsch Schulungen durchführen.

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