Universität Magdeburg ist Standort für innovative Medizintechnik in Sachsen-Anhalt und Deutschland

Der Forschungscampus für minimalinvasive bildgeführte operative Eingriffe STIMULATE (Solution Centre for Image Guided Local Therapies) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) ist Entwicklungsmotor für innovative Medizintechnik in Sachsen-Anhalt und Deutschland. Diese Bilanz ziehen die Direktoren des internationalen Leuchtturmprojektes nach den ersten 12 Monaten seines Bestehens. „In den letzten zwölf Monaten sind wir dem Ziel, mit dem Forschungscampus STIMULATE die Universität Magdeburg zu einem führenden Standort für bildgeführte Verfahren zu entwickeln, ein gutes Stück nähergekommen“, so der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan.

Vor einem Jahr, am 30. Januar 2013, wurde im Beisein von Vertretern des Bundesforschungsministeriums, des Wissenschaftsministeriums des Landes Sachsen-Anhalt, des Rektors der Universität Magdeburg, der Siemens AG Healthcare sowie Vertretern der Landeshauptstadt an der Universität Magdeburg der Forschungscampus STIMULATE feierlich eröffnet.

Binnen Jahresfrist sind bereits 30 Wissenschaftler der natur- und ingenieurwissenschaftlichen sowie der medizinischen Fakultäten der Universität Magdeburg im Forschungscampus tätig, die gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industriepartnern, wie der Siemens AG Healthcare und regionalen Wirtschaftsunternehmen Technologien für bildgeführte minimalinvasive Methoden in der Medizin entwickeln.

„Dass wir uns einem wissenschaftlich, medizinisch und volkswirtschaftlich extrem relevanten Bereich widmen und tatsächlich das Potential haben, die Vision des Deutschen Zentrums für bildgestützte Medizin umzusetzen, belegt das große Interesse von Universitäten und insbesondere Unternehmen, an dem Forschungscampus mitwirken zu können“, so der Sprecher des Vorstandes des Forschungscampus STIMULATE, Prof. Georg Rose.

13 regionale und überregionale Firmen gehören inzwischen zum engen Netzwerk von universitärer Forschung und wirtschaftlicher Anwendung, darunter Primed GmbH aus Halberstadt oder Acandis aus Pforzheim. Zudem sind erste Unternehmensausgründungen aus dem Bereich der Medizintechnik der Universität Magdeburg in Vorbereitung.

„Der Forschungscampus ist eine grundlegende Voraussetzung zum Aufbau einer leistungsfähigen Medizintechnikbranche auf der Basis bildverarbeitender Technologien. Er leistet einen nachhaltigen und bedeutenden Beitrag zur Stärkung der mittelständischen Wirtschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft wird die Innovationsfähigkeit vor allem von klein- und mittelständigen Unternehmen und deren Wettbewerbsfähigkeit gestärkt“, so der Vorstandsvorsitzende des STIMUATE-Vereins, Dr. Jörg Bode von der Primed GmbH.

Über eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren wird in dieses Public-Privat-Partership-Projekt eine Summe von bis zu 30 Millionen Euro fließen. STIMULATE ist damit eines der größten Forschungsprojekte, das der Bund in Sachsen-Anhalt fördert.

Ziel des Verbundes aus Wissenschaft und Wirtschaft ist zum einen, medizinische Eingriffe zu entwickeln, die neue, wenig belastende Behandlungsmöglichkeiten für Patienten eröffnen. Zum anderen ist es erklärtes Ziel, durch diese neuen Methoden, die Kostenexplosion im Gesundheitswesen drastisch einzudämmen. Im Fokus stehen dabei wichtige Volkskrankheiten aus den Bereichen Onkologie, Neurologie sowie Gefäßerkrankungen. Langfristig soll sich das Vorhaben STIMULATE zum „Deutschen Zentrum für bildgestützte Medizin“ mit einer internationalen Sichtbarkeit entwickeln.

Um die strategische Aufstellung der Universität Magdeburg in ihrem wichtigen anwendungsorientierten Forschungsschwerpunkt Medizintechnik für die Zukunft weiter zu verbessern, sind in diesem Bereich weitere Professuren geschaffen worden, die neue technische Lösungen für die medizinischen Herausforderungen erforschen. Zudem ist in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik ein Institut für Medizintechnik gegründet worden, um diesen Forschungsbereich weiter zu stärken. Ein Bachelorstudiengang Medizintechnik an der Uni Magdeburg wird im kommenden Wintersemester angeboten werden.

Ferner wurde in STIMULATE ein Weiterbildungsprogramm etabliert, innerhalb dessen Mitarbeiter von Unternehmen im Bereich Medizintechnik fortgebildet werden und gleichzeitig in klinischen Hospitationen den Einsatz der Technologien praktisch kennenlernen. In Kooperation mit der deutschen Akademie für Mikrotherapie konnte bereits ein erster Kurs für Siemens-Mitarbeiter durchgeführt werden, welcher sich einer sehr positiven Resonanz erfreute.

Der Forschungscampus STIMULATE hat bereits auch hohe internationale Sichtbarkeit erlangt durch erfolgreiche Messeauftritte auf der weltweit größten Medizintechnikmesse MEDICA in Düsseldorf sowie dem größten Kongress der Radiologie (RSNA) in Chicago.

Das STIMULATE-Team erreichte bereits in der einjährigen Vorphase auch beachtliche wissenschaftliche Ergebnisse und Erfolge. Es entstanden ca. 20 wissenschaftliche Publikationen, STIMULATE-Akteure wurden mit dem Otto-von-Guericke-Forschungspreis geehrt und gewannen den 1. Platz im Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation 2013 in der Kategorie „Sonderpreis Gesundheit und Medizin aus Sachsen-Anhalt“.

In der Landeshauptstadt Magdeburg wird der Forschungscampus STIMULATE durch anschauliche multimediale Exponate im Jahrtausendturm einer breiteren Öffentlichkeit nahe gebracht.

Mehr Informationen unter www.stimulate.ovgu.de/

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Georg Rose, Institut für Informations- und Kommunikationstechnik (IIKT), Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67-18862, E-Mail: Georg.Rose@ovgu.de

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