Uni Witten/Herdecke bietet Weiterbildungen zur Minimierung freiheitsentziehender Pflege-Maßnahmen

Die Versorgung von älteren Menschen mit einem starken Drang nach Freiheit und Bewegung bei gleichzeitig eingeschränkter Alltagskompetenz und erhöhtem Selbstgefährdungspotential beinhaltet eine große Herausforderung für Angehörige und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen. Dabei trägt die Vermeidung von offenen oder verdeckten freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM) in erheblichem Maße zu einem guten Einrichtungsklima bei und spiegelt so auch die Pflege- und Betreuungsqualität wider. Mit der Weiterbildung „Pflege- und Betreuungsfachkraft zur Minimierung freiheitsentziehender Maßnahmen (MiniFEM)“ bietet die Universität Witten/Herdecke (UW/H) eine Qualifizierung für Mitarbeiter an, die stations- oder abteilungsübergreifend dazu beitragen, andere Wege eines sicheren Aufenthaltes und der fürsorglichen Betreuung von Bewohnern zu finden. Die „Pflege- und Betreuungsfachkräfte MiniFEM“ unterbreiten praktische Lösungsvorschläge, helfen bei der Umsetzung und führen ein regelmäßiges Monitoring über deren Erfolg durch.

Umfassende persönliche Kompetenz und fachliche Kenntnisse sind unabdingbar, um die in der jeweiligen Situation oft verborgenen Möglichkeiten und Chancen zur Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen zu erkennen. Dabei sind mitunter unkonventionelle Lösungen gefragt.

Die Weiterbildung zur „Pflege- und Betreuungsfachkraft MiniFEM“ ist eine Weiterentwicklung des so genannten Werdenfelser Weges. Ergänzend zu den pflegefachlichen Inhalten umfasst die Weiterbildung den Erwerb kommunikativer und psychologischer Kompetenzen zur Personal- und Organisationsentwicklung. Dadurch werden den Teilnehmern Werkzeuge an die Hand gegeben, durch die außer Bewohnern, Angehörigen und Betreuern auch Mitarbeiter und Leitungskräfte von Pflegeeinrichtungen in die Lösungsfindung einbezogen werden können. Auf diese Weise reduzieren die „Pflege- und Betreuungsfachkräfte MiniFEM“ freiheitsentziehende Maßnahmen nicht nur in Einzelfällen, sondern tragen zu einem nachhaltigen Umdenken, einem kulturellen Wandel und somit zur Qualitätssicherung in den Einrichtungen bei.

Die Weiterbildung richtet sich an Pflege-und Betreuungsfachkräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Betreuung desorientierter Menschen. Der Umfang der Weiterbildung MiniFEM umfasst 80 Stunden inklusive zwei Mal acht Stunden Präsenzveranstaltung in Witten.

Weiterbildung„Verfahrenspflege FEM in Pflege und Betreuung“ (VerFEM):

Um sicherzustellen, dass die Legalisierung von freiheitsentziehenden Maßnahmen durch ein Gericht nicht in erster Linie allein den Interessen der Einrichtungen oder Angehörigen dient, können vom jeweiligen Betreuungsgericht für den Entscheidungsfindungsprozess den Betroffenen Verfahrenspflegerinnen und Verfahrenspfleger an die Seite gestellt werden. Deren Aufgaben sind die Wahrnehmung der Interessen der Betroffenen, die pflegefachliche und juristische Argumentation zugunsten der Freiheit und Selbstbestimmung des Bewohners, die Unterstützung von Einrichtungen bei der Vermeidung sowie die Evaluation von freiheitsentziehenden Maßnahmen und einrichtungsbezogenen Konzepten und die Unterstützung des Betreuungsgerichts bei der Entscheidungsfindung.

Die Weiterbildung „VerFEM“ richtet sich an Absolventen, die bereits einen Kurs zur Pflegefachkraft MiniFEM absolviert haben. Der Umfang beträgt 80 Stunden inklusive acht Stunden Präsenzveranstaltung in Witten und einem Prüfungstag.

Beide Kurse finden berufsbegleitend statt und umfassen internetgestützte Selbstlernphasen und Präsenztage. In der Selbstlernphase besteht die Möglichkeit, durch Einsendeaufgaben engmaschig Rückmeldungen über den Lernprozess zu erhalten. Ebenfalls vorgesehen ist die Möglichkeit der telefonischen Betreuung.

Termine Weiterbildung MiniFEM:
Beginn des 1. Kurses: 24. August 2012; Beginn des 2. Kurses: 16. Januar 2013.

Weitere Informationen zu den Fortbildungen finden Sie auf der Seite:

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.450 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

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