Unerfüllter Kinderwunsch – warum es bei manchen Paaren länger dauert

Die Adoptionsentwicklung in westlichen Industrienationen zeigt, dass Kinderwunsch und Schwangerwerden unter Paaren ein großes und wichtiges Thema ist. Laut der Internetzeitschrift eltern.de kommen alleine in Deutschland rein rechnerisch zehn mögliche Adoptivbewerber auf ein Kind und nehmen für eine Adoption Wartezeiten von bis zu fünf Jahren auf sich. Dies ist für viele jedoch der „letzte Ausweg“, wenn es mit dem eigenen Kind nicht klappt.

Wenn es nicht gleich klappt

Krankheits- oder altersbedingt kann das Schwangerwerden erschwert oder gar nicht möglich sein. Durchblutungsstörungen und Prostata-Erkrankungen können zum Beispiel die Erektionsfähigkeit beim Mann beeinflussen, eine Gelbkörperschwäche bei der Frau die Möglichkeit des Einnistens eines befruchteten Eis verringern. Durch Operationen hervorgerufene Verklebungen oder Verwachsungen hemmen bei der Frau nicht selten den Transport der befruchteten oder unbefruchteten Eizelle.

Medikamente beeinflussen vorübergehend den Zyklus des weiblichen Körpers. Verhütungsmittel auf Hormonbasis können beispielsweise die Fruchtbarkeit, auch lange nach dem Absetzen, weiter hemmen. Nach einer Gestagenspirale oder Dreimonatsspritze kann es bis zu einem Dreiviertel Jahr dauern, bis sich der normale Zyklus wieder einstellt.

Oftmals wird auch psychosozialen Faktoren zu wenig Bedeutung beigemessen. Verspürt der weibliche Körper aber viel Stress, verhindert er – quasi als Schutz vor noch mehr Stress – eine Schwangerschaft. Schichtdienst, kurze Nächte und ungewohnter Alkoholkonsum, wie an Feiertagen, können hierbei genauso eine Rolle spielen wie Probleme in der Partnerschaft und sich übermäßig unter Druck zu setzen beim Kinderwunsch.

Wichtige Fakten

Grundsätzlich können „gesunde“ männliche Spermien bis zu fünf Tagen im Inneren der Frau überleben. Weibliche Eizellen bleiben nach dem Eisprung bis zu 18 Stunden befruchtungsfähig. So ist eine Befruchtung theoretisch über fünf bis sechs Tage des weiblichen Zyklus‘ möglich. Die fruchtbare Zeit ist die Voraussetzung zum Schwangerwerden. In der Zeit des Eisprungs löst sich das Ei vom Eierstock und macht sich durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter auf den Weg. In dieser Phase ist eine Vereinigung mit männlichen Spermien möglich.

Kinderwunsch gezielt realisieren

Um gezielt schwanger zu werden, gibt es wirksame Methoden, fruchtbare Tage herauszufinden oder zu berechnen, um das „Vorhaben“ ganz entspannt anzugehen.

Ovulationstests sind einfach anzuwenden und sehr zuverlässig. Gemessen wird der Hormonspiegel im Urin. Da dieser knapp vor dem Eisprung stark ansteigt, kann der Eisprung somit ganz einfach bestimmt werden. Der OvuQUICK-Test beispielsweise zeigt erst eine sehr hohe Konzentration des LH-Hormons an und gilt daher als besonders genau. Unter www.ovuquick.de gibt es eine praktische Anleitung hierzu.

Die Knaus-Ogino-Methode, auch Kalendermethode genannt, gilt laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) zwar als natürliche, aber zu unsichere Verhütungsmethode. Durch das genaue Notieren des Menstruationszyklus kann die Frau jedoch ihre fruchtbaren Tage und die Möglichkeit einer Schwangerschaft eingrenzen. Diese liegt bei einem regelmäßigen Zyklus circa 12 bis 16 Tage vor dem Beginn der Menstruationsblutung.

Die Temperaturmethode verlangt etwas Disziplin von der Anwenderin. Die Basaltemperatur, also die Aufwachtemperatur, wird jeden Morgen vor dem Aufstehen zur gleichen Zeit gemessen. Ein Anstieg dieser um circa 0,2 Grad über mindestens drei Tage weist nach, dass ein Eisprung stattgefunden hat. Um die genaue fruchtbare Phase zu bestimmen, muss der Zervixschleim untersucht werden. Weißlich-gelbliches Aussehen und klumpige Konsistenz kennzeichnen den Beginn der fruchtbaren Zeit. Am fruchtbarsten ist die Frau, wenn der Schleim „dehn- und spinnbar“ ist und wässrig bis glasig aussieht. Speziell entwickelte Messgeräte, wie der Ovulationsmessring, erleichtern Frauen die Anwendung dieser Methode.

 

Noch immer nicht schwanger?

Der wichtigste Punkt beim Kinderwunsch ist, sich Zeit zu nehmen und auf sich und seinen Körper zu achten. Ist man trotz allem mit dem eigenen Latein am Ende, sollte ärztlicher oder paartherapeutischer Rat gesucht werden. Ansonsten gilt: Ruhe bewahren – viele machen sich so großen Druck, dass sie sich dadurch selbst ausbremsen. Es kommt nicht selten vor, dass eine Frau kurz nach der Adoption oder der Aufnahme eines Pflegekindes selbst noch einmal schwanger wird, weil der psychische Druck verschwunden ist.

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